Im Visier der Laserpistolen

Wenn im Lalo-Spielecenter die Lichter ausgehen, ist noch lange nicht Feierabend. Dann geht der Spaß erst richtig los, denn es ist Zeit für „Lazr-Game“ – besser bekannt als Lasertag. Dann verwandelt sich die große Halle in der Heidenheimer Weststadt in eine Spielelandschaft für große Kinder. Seit 2013 kann man hier die schmerzlose, aber nicht weniger schweißtreibende Alternative zum Paintball spielen. Die einzige Voraussetzung: Man muss mindestens zwölf Jahre alt sein, ein Team von sechs Personen bilden und jede Menge Spaß mitbringen. Ob jeder gegen jeden oder gemeinsam in Teams ist dabei völlig egal. Nach jeder Runde, die jeweils acht Minuten dauert, kann man seine persönlichen Punkte und die Teamleistung auf einem Bildschirm analysieren. Immer mit dabei: ein Spielleiter. In diesem Fall Romana Preindl. Sie weiß genau, worauf es ankommt, und hat Tipps parat. Man soll zum Beispiel die besonderen Zielscheiben finden, die extra Punkte einbringen. Jeder startet mit 1100 Punkten und es gilt, die Zahl zu erhöhen. Jeder Treffer – ein Punkt. Wer getroffen wird oder nachladen muss, verliert Punkte. Mit dem sogenannten Blaster in der Hand geht’s ab auf das riesige Klettergerüst, in Deckung und Feuer!

Sandra Gallbronner und Tina Lischka haben das Lasertag so erlebt:

Das Startsignal fällt und los geht’s. Irgendwie macht sich Panik bemerkbar. Es ist dunkel. Unheimliche Musik ertönt. Zur Krönung: eine Nebelmaschine. Die Hände, fest um den Blaster geschlossen, werden schwitzig. Bloß nicht abrutschen – immerhin müssen die Finger exakt auf den Signalpunkten bleiben. Nur so kann ein Laserstrahl abgefeuert werden. Ein Geräusch, es raschelt. Schnell umdrehen, sagt eine innere Stimme. Ein Schrei ertönt. Es ist der eigene. Getroffen. Mist. Gelächter. Das heißt, für mehrere Sekunden erlischt das Licht am Blaster und er ist nicht mehr einsatzbereit. Egal, in dieser Zeit kann man auch nicht getroffen werden. Weiter geht’s. Schnell laufen und einen guten Platz auf dem Klettergerüst finden. Hier ist es perfekt. Verstecken und wenn ein Gegner kommt: Feuer. Juhu, getroffen! Ein neues Versteck muss her. Eine Etage höher klettern. Es ist anstrengend und heiß. Wann ist die Runde wohl vorbei? Unachtsamkeit – schon wieder getroffen. Jetzt müssen Extrapunkte her. Hoch zur Rutsche, da gibt es ein Bonusziel. Vor den anderen dort sein. Beeilung. Da leuchtet etwas. Zielen und Schuss. Freudiges auf und ab hopsen. Schnell die Rutsche runter und währenddessen das gegnerische Team treffen. Fühlt sich an, wie in einem James Bond-Film. Lachen. Die Runde ist vorbei. Vor zum Display und die Punkte anschauen. Au, der Zeh tut weh. Zuvor gar nicht bemerkt. Blaster Nummer drei ist Zweiter geworden. Schnell auf die Waffe schauen: Das bin ja ich! Wieder ein Schrei, dieses Mal vor Freude. Die nächste Runde beginnt: Ich bin bereit! Tina Lischka

Flink klettere ich das Klettergerüst hinauf. Der Plan: Die Gegner von oben reihenweise mit der Laserpistole abschießen. Oben ist es sicher. Oben behält man den Überblick. Aber Pustekuchen. Bereits beim Hinaufklettern stoße ich heftig mit einer Mitspielerin zusammen, die sich schwungvoll auf den Weg nach unten begeben hat. Ich verletze mich an meiner eigenen Waffe. Der Kopf schmerzt. Zwei Schnittwunden zieren die Finger. Aber Aufgeben ist keine Option. Endlich oben angekommen, suche ich die Umgebung nach meinen Gegnern ab. Aber wo sind sie? Verzweiflung macht sich breit. Natürlich! Die laufen ja nicht auf dem offenen Feld herum. Und schon gibt mir mein Blaster zu verstehen, dass ich selbst getroffen worden bin. Verdammt! Ich wirble herum. Direkt vor mir steht ein Gegner. Wie konnte ich ihn nicht kommen hören? Nach der ersten Runde dann die herbe Enttäuschung: vorletzter Platz. Das kann ich nicht auf mir sitzen lassen. Ein neuer Plan muss her: Mehr Konzentration, mehr Umsicht – und mehr Körpereinsatz. Ab jetzt bekommt ein Gegner nach dem anderen meinen Laserstrahl zu spüren. Doch plötzlich gibt meine Laserpistole den Geist auf. Die Munition ist leer. Nachladen kostet 500 Punkte. Kann ich das wieder aufholen? Ich riskiere es. Und siehe da: dritter Platz. Na, es läuft doch. Geschicklichkeit, Ausdauer und Spaß sollten mit an Bord sein – dann wird das Kinderparadies auch für Große zum Abenteuerspielplatz mit Nervenkitzel. Sandra Gallbronner

Und wie erging es Elena Kretschmer?

Verwinkelte, dunkle Räume. Jeder Spieler trägt eine blinkende Weste. Die Gegner müssen mit der Laserpistole abgeschossen werden. So läuft Lasertag. Mittlerweile habe ich das schon gefühlt hundert Mal gemacht. Aber noch nie im Lalo-Center. Da ist alles ein bisschen anders. Die Location: ein riesengroßer Kinderspielplatz, ein Klettergerüst. Die Ausrüstung: keine Westen, sondern nur Laserpistolen – mit drei Sensoren. Die gilt es vor dem Gegner zu schützen, vielmehr beim Gegner zu treffen. Kurios: Es darf nur in Socken gespielt werden.
Vor dem Spielstart sind alle aufgeregt. Ich freue mich. Die Spielleiterin gibt das Go. Wir stürmen los. Gar nicht so easy, sich in dem Gewirr aus Matten, Bällen und Netzen zurecht zu finden. Man rutscht weg, bleibt hängen, stößt sich den Kopf. Und es ist anstrengend. Nach acht Minuten Spielzeit läuft der Schweiß. Doch der Spaß überwiegt. Besonders auf den Rutschen oder zwischen den riesengroßen Gymnastikbällen. Das findet auch eine Kollegin. Sie verschanzt sich dort, wird zum „Camper“. Spätestens nach Runde eins haben alle Blut geleckt. Also gleich auf zu Runde zwei – mehrere Testläufe wärmstens empfohlen. Elena Kretschmer

Nadine Rau hat sich nicht immer ganz fair verhalten:

Ich kann nicht gut zielen. Wenn ich etwas von weitem in den Müll werfen will, landet es auf jeden Fall daneben. Jetzt muss ich mit einem minikleinen Laserpunkt auf eine minikleine Fläche auf der Pistole meiner Gegner zielen. Im Dunkeln und bei Nebel – das kann ich vergessen. Nach der ersten Runde bin ich – wer hätte das gedacht – auf dem letzten Platz. Ich bin aber auch benachteiligt, denn bei mir macht das blöde Teil schon laute Geräusche und schießt los, wenn ich mit meinem Finger nur den Knopf für die Ladung berühre. Aber weil es trotzdem Laune macht und es mir ausnahmsweise nichts ausmacht, zu verlieren, geht’s auf in die nächste Runde. Diesmal mache ich das, was niemand leiden kann. Ich klettere auf die zweite Ebene des Spielelands für Kinder und verstecke mich zwischen einigen Medizinbällen. Von hier aus erwische ich zumindest ab und an jemanden, der an der Seite oder unten am Boden läuft. Ein paar Minuten klappt das gut, dann werde ich entdeckt und angegriffen: „CAMPER, CAMPER!“, schreit mein Kollege. Ich weiß schon, die feine Art war es nicht – aber bei der nächsten Runde war ich ja schon wieder voll dabei. Ich hab‘ sogar ein paar Mal getroffen, aber leider nicht immer die Richtigen. Meine Pistole wies mich freundlich darauf hin („YOU-SHOT-YOUR-TEAM“). Mit der Zeit kriegt man den Dreh dann aber doch raus und kann dem eigenen Team vielleicht ein bisschen helfen. Et voilà – in der letzten Runde hat tatsächlich mein Team gewonnen. Sollen wir nochmal spielen? Nadine Rau

 

Und das sagten die anderen vier Laser-Tester:

„200 Schuss? Aber ich habe doch
bloß sieben Gegner!“ Arthur Penk

„Bällebad und Egoshooter werden im Lalo Center vereint. Das ist quasi meine ganze Kindheit in einem Spiel. Und nebenbei ist es die perfekte Ausrede, um als Erwachsener auf dem Klettergerüst rumturnen zu dürfen.“ Patrick Vetter

„Immer voll drauflos und den Finger
am Abzug? Sicher nicht die taktisch
klügste Lösung beim Lasertag, aber:
No risk, no fun!“ Stefanie Kirsamer

„Wer sich einmal wie James Bond fühlen will,
der sollte unbedingt Lasertag ausprobieren!
Aber Vorsicht, immer auf der Hut sein – sonst
erwischt es einen selbst.“ Kathrin Schuler

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