Hallo Pastafari

Es wirkt wie eine Fotomontage, aber es ist doch alles echt. In Templin (Brandenburg) werben die Pastafari auf Straßenschildern für ihre Nudelmesse, direkt unter den Gemeinden der christlichen Kirchen. Klar, dass das nicht jedem passt.

Gegen religiösen Fundamentalismus (und von dem gibt es zurzeit ja im Nahen Osten mehr als reichlich) wenden sich die satirischen Pastafari. Deshalb treten sie natürlich auch ein für Gleichberechtigung – und haben einen Etappensieg errungen. An den Ortseingängen von Templin in der Uckermark (dort steht Angela Merkels Ferienhaus), werben die Religionskritiker der “Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e.V.” (FSM) auf Schildern für ihre freitäglich stattfindende “Nudelmesse” – mit Genehmigung der Stadt  und deshalb auch direkt unterhalb der etablierten Kirchen.

Reaktion auf zunehmenden Einfluss der Kreatonisten

Auf ihrer Webseite feiern die Pastafari genannten Anhänger diese Entscheidung als Sieg im “Kampf um die Gleichbehandlung mit anderen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften”. Die satirischen Religionskritiker haben ihren Ursprung in den USA und verstehen sich als Reaktion auf den zunehmenden Einfluss der Kreationisten. Von den USA aus haben sie sich in der ganzen Welt verbreitet.
Die FSM zelebrieren ihre Nudelmessen in Piratenkostümen mit Bier und Pasta an Stelle von Wein und Brot, und einem Glaubensbekenntnis auf das “Fliegende Spaghettimonster”, das sie von einem Nudelholz ablesen. Ihr selbsterklärtes Ziel ist “die Förderung wissenschaftlicher Weltanschauungen”.
Die Gemeinde in Templin ist als eingetragener Verein anerkannt und weihte nach eigenen Angaben die “erste pastafarianische Kirche weltweit” ein.

Netzgemeinde amüsiert, Kirchen weniger

Im Internet kommt die Geschichte natürlich gut an, fleißig wird die Story über Twitter verbreitet. Doch den Kirchen in Templin scheint die Aktion gehörig gegen den Strich zu gehen. “Das sind doch keine Gottesdienste, was die machen, das ist Zirkus”, sagte der evangelische Pfarrer Ralf-Günther Schein zu rbb-online. Der Sprecher des Erzbistums Berlin, das für Templin zuständig ist, kritisierte die Pastafari gegenüber rb-online als “zu aggressiv” und teilweise sogar verletzend. Diese seien “missionarischer unterwegs als man es der katholischen Kirche manchmal unterstellt.”

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