Aus dem Leben eines Fußballprofis #2

Zurück im BEST WESTERN PREMIER Schlosshotel Park Consul Heidenheim, wo das Team um Herrn Michael Mönch uns mit offenen Armen empfängt. Auch die FCH-Damen erinnern sich zurück an die erste Zeit, die viele dort im Hotel untergebracht waren, bevor eine eigene Wohnung gefunden worden ist.

Seine ersten 6 Wochen in Heidenheim erlebte auch Ronny Philp im Schlosshotel. Mit Ronnys Frau Patrizia haben wir beim letzten Mal über ihre Hochzeit, die vielen Umzüge und das Spielerfrauenklischee gesprochen.

Diesmal dreht sich alles um Familie Verhoek. John Verhoek ist Stürmer und spielt seit dieser Saison beim FCH. Er kam aus Hamburg, vom FC St. Pauli, nach Heidenheim. Seine Frau Michelle, die wie er aus Holland stammt, kam mit Sohnemann Jezz mit nach Ostwürttemberg.

Michelle, ihr seid aus der Großstadt Hamburg nach Heidenheim gekommen, nachdem der FCH deinen Mann aus St. Pauli geholt hat. Wie hast du das erlebt?

Michelle Verhoek: „Es ist eine riesen Umstellung! Es ist alles komplett anders, wenn man die beiden Städte vergleicht. Es ist so: Wir kommen in Holland auch aus einer großen Stadt, dann waren wir in Frankfurt, das auch ziemlich groß ist, dann nach Hamburg und jetzt hier. Das ist schon ganz etwas Anderes. Aber um ehrlich zu sein habe ich es mir schlimmer vorgestellt. Es haben mir viele Angst gemacht und ich dachte mir: „Wo gehe ich denn da hin?“, aber ich finde man kommt überall leicht hin, man hat kurze Wege, im Großen und Ganzen hatte ich also unberechtigt zu viel Angst davor, deshalb ist das schon okay. Aber ist klar, mit Hamburg ist fast gar nichts zu vergleichen.“

Das ist klar. Wie lange habt ihr denn in Hamburg gewohnt?

Michelle Verhoek: „Insgesamt drei Jahre. Es war beruflich klar, dass wir nicht mehr ewig dort bleiben können, da John im letzten Jahr nur noch wenig gespielt hat. Insofern konnten wir uns auf einen Wechsel einstellen. Trotzdem war und bin ich sehr traurig, Hamburg verlassen zu müssen. Viele Freunde waren längst wieder weg, das ist natürlich im Fußball auch so eine Sache… Aber einfach die Stadt mag ich sehr gerne, auch das Wasser… Ich kann es jedem empfehlen! *lacht* “

Manchmal geht es ziemlich schnell. Die Profis werfen den ein oder anderen Vertrag über Bord und zack: neuer Verein, neue Stadt, neues Leben. Doch wie fühlt sich eigentlich so ein Umzug an für die Familie des Profis?

Michelle Verhoek: „Grundsätzlich finde ich den Umzug mit Kind schwieriger. Wir sind aus Frankfurt umgezogen, da war Jezz 3 Monate alt, dann war das eigentlich noch einfacher. Er hat im Kinderwagen viel geschlafen und ich konnte mich selbst um den Umzug kümmern. Aber ich sag auch ehrlich: Immer wenn wir umziehen, dann kommen meine Eltern und das ist eigentlich ganz gut dann, wenn alle mithelfen. Aber ich finde schon, dass es mit einem Kind etwas ganz Anderes ist. Auch das Packen ist schwierig. Es muss alles innerhalb von 2 Tagen erledigt sein und ziemlich schnell gehen, damit man wieder einen Platz zum Schlafen und Wohnen hat.“

Kann man grundsätzlich sagen, dass es in großen Städten einfacher ist Anschluss zu finden? Oder wie war es für euch hier in Heidenheim?

Michelle Verhoek: „Ich finde es die ersten zwei Monate überall schwer, wenn man niemand kennt. Es macht dabei für mich keinen Unterschied ob es eine Groß- oder Kleinstadt ist.“

Merkst du in den Vorbereitungsphasen, in denen John öfters nicht da ist, dass Jezz seinen Papa vermisst?

Michelle Verhoek: „Ja, ganz klar! Bei Jezz merke ich jetzt schon auch, dass er fragt: „Wie viele Tage noch?“ aber er versteht nicht wie lange das noch ist. Das fällt dann auch schwer zu erklären, wie lange „4-5 Tage“ sind.“

In der Vorbereitung hat die Mannschaft oftmals zwei bis drei Mal täglich Training. Ist in der Mittagspause viel Zeit, wenn dein Mann mal nach Hause kommt zwischen den Einheiten?

Michelle Verhoek: „Leider nein, John legt sich dann meistens kurz hin, isst noch und dann war’s das schon wieder. Manchmal lohnt es sich auch nicht in der Mittagspause nach Hause zu kommen.“

So meine Liebe: Abschließend möchte ich von dir wissen, was für dich der größte Nachteil am Fußballerleben ist.

Michelle Verhoek: „Ein großer Nachteil ist vor allem, dass die Familie nicht um die Ecke ist. Das ist für mich eigentlich das Schlimmste. Ich würde so gerne einfach mal zu meiner Mama fahren und nur einen Kaffee trinken, aber so einfach ist das nicht.“

Vielen Dank, liebe Michelle! Ich schätze das sehr, dass du mir aus eurem privaten Leben erzählt hast.

Beim nächsten Mal begrüße ich Diana, die Ehefrau des Heidenheimer Rechtsverteidigers Robert Strauß, mit ihrer süßen Tochter Lillian. Stay tuned!

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