Aus dem Leben eines Fußballprofis #4

Beim letzten Mal ging es im BEST WESTERN PREMIER Schlosshotel Park Consul Heidenheim um Familie Strauß. Ich sprach mit Diana über ihren Hausbau, was sie macht wenn die kleine Lillian den Papi vermisst und was man beim Kochen für Sportler beachten muss.

Nun ist Jessica bei mir, die Ehefrau von Stürmer Denis Thomalla. Denis spielt seit der Winterpause der vergangenen Saison für den FCH. Der Umzug nach Heidenheim war ein ganz besonderer, denn: Als Familie Thomalla im Januar 2016 nach Heidenheim zog, war Jessica hochschwanger.

Jessi, wie hast du den Wechsel und den Umzug nach Heidenheim erlebt? Hochschwanger stelle ich mir das sehr beschwerlich vor.

Jessica Thomalla: „Es war eigentlich alles sehr kurzfristig. Wir waren in Polen und dann kam die Winterpause, in der wir nach Hause gefahren sind. Bis zum Schluss der Winterpause wussten wir eigentlich gar nicht, dass wir wo anders hingehen und haben schon damit gerechnet, dass wir zurück nach Polen gehen. Und dann hat sich das so ergeben, dass Denis nach Heidenheim verliehen wurde. Ich habe es als großen Stress empfunden, da man sich als Hochschwangere natürlich noch mehr Gedanken macht. Wir haben dann auch eine Woche hier im Hotel gelebt, das war dann natürlich auch schwierig, denn wir wussten: Wir müssen so schnell wie möglich eine Wohnung finden! Gerade eben auch wegen dem Kleinen. Ich war sehr glücklich, den Kleinen in Deutschland entbinden zu können. Dabei kam nur das Heidenheimer Klinikum für mich in Frage, denn ich wusste: Wenn Denis Training hat, dann muss es schnell gehen. Und dann die Wohnungssuche selbst, die für mich als Hochschwangere natürlich umständlich war. Aber es ist dann nochmal alles gut gegangen. Klar, die Ärztesuche und so weiter gestaltet sich eher schwierig, aber wir haben von anderen Müttern, die auch in Heidenheim entbunden haben, viel Positives gehört und ich habe mich dann dort auch gut aufgehoben gefühlt.“

Wann habt ihr dann eure Wohnung final bekommen?

Jessica Thomalla: „Die Jungs waren dann im Trainingslager und währenddessen habe ich die Zusage für die Wohnung erhalten. Zwei Tage bevor Denis dann aus dem Trainingslager kam, bin ich mit seiner und meiner Familie hier nach Heidenheim gefahren, um alles einzurichten. Dann mussten wir die Sachen aus Polen noch holen, es war also alles schon fertig, als Denis zurückkam. Er hatte diesen Stress in dem Fall mal nicht gehabt, sondern unsere Familien haben mich dabei unterstützt.“

Manchmal geht es ziemlich schnell. Die Profis werfen den ein oder anderen Vertrag über Bord und zack: neuer Verein, neue Stadt, neues Leben. Doch wie fühlt sich eigentlich so ein Umzug an für die Familie des Profis?

Jessica Thomalla: „Seit ich meine Ausbildung fertig gemacht habe, wohne ich mit Denis zusammen. Seither sind wir eigentlich nur umgezogen. Wir waren in Österreich und dann sind wir nach Polen und jetzt nach Heidenheim. Ich finde es vor allem wegen der Entfernung der einzelnen Orte schon schwierig. Ich fand es aber trotzdem auch ohne Kind sehr anstrengend. Die Wohnungssuche macht einen auch ziemlich fertig und ist mit viel Stress verbunden. Besonders hier in Heidenheim haben wir uns schwer getan eine Wohnung zu finden. In den anderen Städten war es durchaus einfacher. Ich denke mit Kind ist es dann nochmal schwerer, aber ich hoffe natürlich wir bleiben jetzt erst mal hier.“

Zu wem hat man nach einem Umzug denn die ersten Kontakte? Sucht ihr innerhalb des Vereins oder bemüht ihr euch auch Bekanntschaften fernab des Fußballs machen?

Jessica Thomalla: „Der erste Kontakt ist ja tatsächlich meistens zu den Frauen oder  Familien der anderen Spieler. Das ist eigentlich so der schnellste Kontakt und jemand anderen kennenzulernen ist meistens schwerer. Aber jetzt mit Kindern finde ich es ehrlich gesagt einfacher, denn man geht ja in gewisse Gruppen und dort ist es dann leichter Anschluss zu finden. Aber klar, auf die Schnelle sind es meistens die anderen Frauen, die man kennenlernt. Aber das ist ja auch okay so, denn man hat dann oftmals dieselben Interessen.“

Kaum ist man hier angekommen geht die Vorbereitungsphase inklusive Trainingslager los. Wie empfindest du diese Vorbereitungsphasen, die zwei Mal jährlich (jeweils nach der Sommer- und Winterpause) anstehen?

Jessica Thomalla: „Also ich persönlich mag die Vorbereitungsphase überhaupt nicht. Es ist ziemlich einsam. Dadurch, dass ich im Januar erst hier mit Denis eingezogen bin, wäre ich dann komplett alleine. Man hat natürlich auch hier dann noch nicht so den Freundeskreis und die Familie, die ohnehin weiter weg wohnt. Die Mannschaft fährt dann auch meistens für eine längere Zeit weg, sodass es sich lohnt, nach Hause zu fahren. Ich fahr dann meistens zu meiner Mutter nach Karlsruhe, wo Liam und ich dann die Zeit verbringen. Es ist eben auch schwer, den Mann für eine längere Zeit nicht zu sehen, denn man gewöhnt sich schließlich auch aneinander. Und vor allem auch für das Kind ist das zusätzlich schwierig, wenn der Papa für längere Zeit dann nicht da ist. Also ich bin immer froh, wenn die Zeit dann rum ist.“

Merkst du das tatsächlich bei Liam schon, dass der Papa fehlt?

Jessica Thomalla: „Ja, ich merke sogar bei Liam, obwohl er noch so klein ist, dass Denis ihm fehlt. Er ist dann einfach anders und wenn Denis nach Hause kommt ist das unglaublich, wie Liam dann immer strahlt und sich freut.“

Du hast die Freundschaften unter den Spielern und Spielerfamilien angesprochen. War es bei euch denn so, dass ihr an dem einen oder anderen Ort wieder bekannte Gesichter getroffen habt?

Jessica Thomalla: „Also bei uns war’s fast so. Sebastian Heidinger war ja hier und Denis hatte zuvor zusammen mit ihm in Leipzig gespielt. Dann kamen wir, aber sie sind gegangen. Es wäre eigentlich perfekt gewesen, da sie auch zu dem Zeitpunkt schwanger war und auch wenig Altersunterschied zwischen den zwei Jungs gewesen wäre. Da hatten wir uns auch eigentlich schon darauf gefreut. Aber das war die einzige Situation glaube ich, wo wir schon mal jemand gekannt hätten. Gegeneinander war es schon häufiger der Fall. Da freut man sich dann auch, die anderen mal wieder zu treffen. Man sieht sich auf jeden Fall immer mal wieder.“

So meine Liebe: Abschließend darfst du dich zu dem Spielerfrauenklischee äußern.

Jessica Thomalla: „Das Problem ist, viele sehen das hinter den Kulissen gar nicht. Die sagen: „Du hast ein wunderschönes Leben! Viel Geld, für wenig Tun! Als Spielerfrau ist es so einfach!“ Aber da muss ich ehrlich sagen: So einfach ist es auch nicht. Es ist viel schwerer, als die Leute sich das überhaupt vorstellen. Klar, die Jungs haben öfters frei als andere, aber man kann wirklich nichts planen. Urlaub ist immer nur nach Saisonende möglich und Wochenenden gibt es sowieso nicht. Geburtstage, Hochzeiten, man geht immer alleine.“

Herzlichen Dank, liebe Jessi! Ich wünsche dir, Denis und Liam alles Gute und bedanke mich für die privaten Einblicke.

Beim nächsten Mal begrüße ich Cennet, die Ehefrau des Heidenheimer Linksverteidigers Arne Feick, mit ihrem Sohn Adriano. Stay tuned!

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