Aus dem Leben eines Fußballprofis #5

Im BEST WESTERN PREMIER Schlosshotel Park Consul Heidenheim habe ich mich zuletzt mit Jessica Thomalla unterhalten. Ich sprach mit ihr über ihren Umzug nach Heidenheim, die Vorbereitungsphase und was sie zum Spielerfrauenklischee zu sagen hat.

Diesmal habe ich das Vergnügen mit Cennet, der Ehefrau von Linksverteidiger Arne Feick. Die Beiden sind mit Sohnemann Adriano seit Sommer 2015 in Heidenheim. Wie sie mir verrät wurde im Hause Feick schon so vieles umgeworfen, dass sie aufgehört hat zu planen:

Cennet, wie sieht es bei euch nach der Fußballer-Karriere aus? Irgendwelche Planungen?

Cennet Feick: „Du, ich hab schon so viel geplant seitdem ich mit Arne zusammen bin und es kommt eh immer anders. Also eigentlich lassen wir alles recht offen. Ich komme aus Steinhagen, er kommt aus Berlin, jetzt wohnen wir in Heidenheim… Keine Ahnung. Da wo er Arbeit hat, geht’s dann hin. Da sind wir recht offen. Also ich würde natürlich am Allerliebsten nach Hause, aber da können wir uns jetzt nicht darauf festlegen. Das muss man einfach sehen, ist ja noch ein bisschen Zeit (Anmerkung der Redaktion: Arne Feick hat seinen Vertrag beim FCH bis 2020 verlängert). Aber mal sehen, er war eigentlich immer vor Vertragsende weg.“

Kann man grundsätzlich sagen, dass es in großen Städten einfacher ist Anschluss zu finden? Oder wie war es für euch hier in Heidenheim?

Cennet Feick: „Ich fand es eher noch einfacher, als ich gearbeitet habe. Wenn man Arbeitskollegen hatte, die einen mitgenommen hatten, diese hatten wiederum Freunde… Jetzt mit Kind ist man schon etwas isoliert oder muss sich Kindergruppen suchen, wo man dann mit dem Kind hingehen kann. Und dann hat man natürlich auch automatisch mehr mit Müttern zu tun. Also ich fand es in Großstädten und mit Arbeit deshalb einfacher.“

Stichwort Arbeit: Wäre es eine Option in deinen Job eines Tages zurückzukehren?

Cennet Feick: „Ich könnte wieder in meinen Bürojob zurück, aber ich weiß gar nicht, ob ich das wieder so vorhabe. Wir wollen ja auch nochmal ein Kind, dann würde ich wahrscheinlich eher etwas machen, was mit zwei Kindern besser vereinbar ist. Wenn ich hier zu Hause wäre, dann wäre das natürlich wieder einfacher, aber wenn man die Unterstützung der Verwandtschaft aus Gründen der Entfernung nicht hat, ist das mit dem Arbeiten auch immer schwierig, egal ob hier in Heidenheim oder in einer anderen Stadt. Darüber mache ich mir dann aber Gedanken, wenn es soweit ist. Ich habe irgendwann aufgehört zu planen.“

Wie sieht es bei deinem Mann aus? Müsste er noch eine Ausbildung machen oder kann er direkt in den Beruf einsteigen?

Cennet Feick: „Nein, also Arne hat Abitur gemacht, aber keine Ausbildung. Was genau nach der Fußballer-Karriere kommt wissen wir noch nicht. Ich könnte mir auch vorstellen, dass er im Fußball bleiben möchte. Planbar ist das einfach schwer. Wenn wir jetzt sagen wir wollen nach Hause ziehen und dann kommt ein super Angebot von irgendeinem Bekannten den man irgendwo mal kennengelernt hat, dann muss man sich danach auch etwas richten. Aber ich bin jetzt auf jeden Fall froh, dass wir für ein paar Jahre hier bleiben und etwas vorausplanen können. Somit kann ich Adriano im Kindergarten anmelden und solche Dinge besser planen. Die letzten fünf Jahre waren tatsächlich sehr turbulent, nachdem wir ständig umgezogen sind, ich glaube vier Mal insgesamt. Aus dem Grund wäre ich sehr froh, wenn wir dann hier mal etwas länger bleiben würden. Vor allem: Man hat gerade das letzte Bild an der Wand angebracht und den Spiegel montiert und dann kommt nach ein paar Monaten das Nächste. Die erste Wohnung habe ich noch sehr schön und aufwendig eingerichtet, aber das wird immer weniger und man kauft immer weniger, nachdem man merkt wie schnell man wieder weg sein kann. Man kauft auch weniger teure Sachen, weil bei den Umzügen auch so viel kaputt zu gehen droht. Deshalb fängt man echt an praktisch zu denken.“

War es bei euch denn so, dass ihr an dem einen oder anderen Ort wieder bekannte Gesichter getroffen habt?

Cennet Feick: „Arne hat schon wieder welche getroffen. Aber das ich dann die Familien schon kannte, das ist mir noch nicht passiert. Das wäre ja schön. Heidi (Sebastian Heidinger) hat schon mit Arne gespielt, aber der ist ja nun auch weg. Naja, ein paar Jahre haben wir ja noch. Mal schauen, was da noch kommt (lacht).“

In der Vorbereitung hat die Mannschaft oftmals zwei bis drei Mal täglich Training. Wie ist es dann wenn der Papa abends nach Hause kommt? Ist er dann für Adriano noch zugänglich oder ist er dann überhaupt noch zu etwas zu gebrauchen?

Cennet Feick (lacht): „Meistens schläft Arne dann nach dem Training etwas. In der Mittagspause gibt es aber immer ein bisschen Zeit. Er kommt in der Mittagspause auch nach Hause. Das kommt aber natürlich auf die Entfernung vom Trainingsplatz zur Wohnung an und ob die Zeit dazu reicht.“

So meine Liebe, meine letzte Frage an dich: Wo siehst du die Nachteile im Leben der Profifußballer?

Cennet Feick: „Ach, wenn die Kinder dann mal in der Schule sind… Ich weiß gar nicht, wie das dann funktionieren soll… Da muss man ja dann auch Sondergenehmigungen in der Schule anfragen. Man ist dann ja zusätzlich auch sehr an die Ferienzeiten gebunden. Und immer wieder diese neuen Existenzen aufbauen. Dann hat man sich vielleicht wieder mit jemandem gut verstanden und dann zieht man nach kurzer Zeit schon wieder weg. Und man muss auch bedenken, dass die Männer nach Karriereende in der ersten Liga ausgesorgt haben, aber in der zweiten Liga ist das eben nicht so. Da hat man das eine Leben, das endet und dann muss es irgendwie anders auch weitergehen.“

Liebe Cennet, vielen Dank fürs Gespräch! Ich wünsche euch für eure berufliche, vor allem aber für eure private Zukunft von Herzen alles Gute.

Auf diesem Weg bedanke ich mich nochmals herzlich bei allen Familien der Fußballer, die ich innerhalb dieser Reihe interviewen durfte. Danke für die Eindrücke und die interessanten Gespräche!

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