Beachparty im “Leuchtturm”

Gefühlte 30 Grad, Jugendliche in Flip-Flops und ein kleiner Pool mit Gummi-Palme – kein Urlaubsort im Süden, sondern die Beachparty im Jugendhaus “Lighthouse” (englisch für Leuchtturm) in Sontheim.

Es ist die erste große Veranstaltung, die im Jugendtreff seit der Eröffnung stattfindet. Nach langen Umbauarbeiten an der ehemaligen Schreinerei an der Hauffstraße wurde das “Lighthouse” im vergangenen Sommer in Betrieb genommen. Die Chrischona-Gemeinde hatte das Gebäude erworben und in Eigenregie erneuert.

Die Leitung hat Jugendreferent Marco Gogg nach seinem Studium am theologischen Seminar der St. Chrischona in der Schweiz übernommen. Zusammen mit einem Team von fünf Ehrenamtlichen der Sontheimer Chrischona-Gemeinde betreut der 26-Jährige hier Jugendliche und organisiert Aktionen. Ebenfalls Mitglied in der Chrischona-Gemeinde zu sein, ist für die Jugendlichen aber nicht verpflichtend. Vielmehr besteht das Ziel darin, einen offenen und überkonfessionellen Treff zu bieten, wo sich die Kinder auf kein besonderes Angebot einlassen müssen. Jeder im Alter von zwölf bis 18 Jahren ist willkommen.

Mittagspausen kommen gut an

Das zu erreichen, sei zu Beginn gar nicht leicht gewesen, so Gogg: “Flyer-Aktionen funktionieren bei Jugendlichen heute nicht mehr so.” Nach und nach hat sich das Angebot jedoch herumgesprochen – vor allem an der Schule. Denn: Der Treff hat dienstags und donnerstags in den Mittagspausen und nach dem Unterricht am Nachmittag geöffnet. Es gibt kleine Snacks, Getränke und eine Menge Spielmöglichkeiten.

Am größten sei die Nachfrage in den Mittagspausen. Dann kämen im Schnitt 20 Jugendliche in den Jugendtreff. Nach dem Unterricht am Nachmittag seien es dann weniger, was Gogg aber gut findet. “Es bleibt dann mehr Zeit für den Einzelnen.” Ebenso sei es an Freitagen. Da hat das Jugendhaus auch nachmittags geöffnet und bietet Platz für Gespräche. Oder wie an diesem Tag – für eine Beachparty.

Vor allem freut sich Gogg über die vielen unterschiedlichen Kinder, die das Angebot nutzen. Während sie in der Schule oftmals nicht befreundet seien, hätten sie im “Lighthouse” einen Ort, an dem sie zusammenfinden. Auffallend ist aber: Jugendliche der Chrischona-Gemeinde sind zu den regulären Öffnungszeiten selten dabei. Die Chrischona-Gemeinde zahlt zwar die Miete für das Gebäude und nutzt es auch regelmäßig für ihren Jugendkreis, aber zu anderen Zeiten. Der Grund dafür sei das unterschiedliche Profil der Angebote, so Gogg. Während die Jugendarbeit der Gemeinde Glaubensinhalte vermittelt, sei das bei der offenen Jugendarbeit nicht der Fall. Auch Mädchen seien eher selten anzutreffen. “Es ist komisch, aber Jungs erreicht man da leichter,” sagt Gogg.

Das Klima auf der Beachparty ist abgesehen von den schwülen 30 Grad jedenfalls sehr angenehm. Die zehn Jungs scheinen sich gut zu verstehen und gerne ins “Lighthouse” zu kommen. “Hier ist es cool. Wir spielen oft Karten und mit Marco kann man gut reden”, sagt ein 13-Jähriger, der schon seit einem halben Jahr den Jugendtreff besucht. Ebenso ist es bei einem zwölfjährigen Schüler. “Ich komme gerne hierher. Da muss man vorher nichts ausmachen, sondern trifft immer jemanden zum Spielen”, sagt er.

Tag der offenen Tür geplant

Ein Selbstläufer ist das Jugendhaus deshalb jedoch nicht. Nur einen Treffpunkt zu bieten, reiche nicht aus, sagt der Jugendreferent. Die Jugendlichen wüssten oft gar nicht, was sie mit ihrer Freizeit anfangen können. “Deshalb müssen wir hier Möglichkeiten bieten”, so Gogg.

Viele Sontheimer würden dieses Angebot auch noch nicht kennen. Deshalb, und um mehr Unterstützung auf kommunaler Ebene zu erreichen, soll noch ein Tag der offenen Tür stattfinden. Ebenso sei man offen für weitere ehrenamtliche Mitarbeiter, die keine Mitglieder in der Chrischona-Gemeinde sind.

Neben Bürgermeister Matthias Kraut, der dem “Lighthouse”-Team die Unterstützung der Gemeinde zugesichert hat, steht Gogg nun auch mit der Schulsozialarbeit in Verbindung. Geplant sei ein gemeinsamer Besichtigungstermin für künftige Siebtklässler der Sontheimer Schule im Jugendhaus.

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