About Places And Stories

 

Irgendwann begann sie, den Herbst zu akzeptieren.
Sie nahm ihn hin, erhobenen Hauptes,
mit der Würde einer Erwachsenen.
Sie wurde zur Wartenden, weil sie ihn so sehr liebte, den Sommer.
Liebend zu sein, bedeutet wartend zu sein.

Und dann, während sie wartend war, war sie sehend.
Sie sah die Bäume, die ihre Farbe wechselten.
Sie sah den Zauber, die Verwandlung.
Und sie sah, wie sich der Sommer verwandelte,
und, dass auch der Herbst, immer noch der Sommer ist.
Dass der Sommer immer noch irgendwie da war,
nur verwandelt, angepasst.
Sie sah die Magie, die anderen Seiten des Sommers.
So lernte sie,
den Sommer im Herbst zu sehen, im Winter, und im Frühling.
Zugegeben, im Winter ist der Sommer kaum wiederzuerkennen.
Aber er ist da, immer, verfremdet.
Und es lag an ihr, diese Verfremdung richtig zu verstehen,
sodass sie niemals wirklich Abschied nehmen musste.
Sie lernte, am Herbst, am Winter und am Frühling die Dinge abzuziehen,
die verwandelt waren.
Und so war es am Ende immer der Sommer, der übrig blieb.

 

Text & Video: Sarah Eckardt

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