Australiens Buschbrände sind auch für Backpacker eine Gefahr

Jeder hat von den Buschbränden in Australien mitbekommen. Bilder und Videos der gewaltigen Brände dominierten die Nachrichtenkanäle weltweit. Viele junge Menschen fliegen Jahr für Jahr nach Down Under, um dort Work and Travel zu machen, zu studieren oder einfach zu reisen. Doch welche Auswirkungen hat das größte Buschfeuer alle Zeiten für Backpacker und wie ist die Stimmung vor Ort? Ich selbst bin für drei Wochen in Australien gewesen und möchte euch an meiner Erfahrung teilhaben lassen.

Anflug auf das mit Rauchschwaden verhangene Sydney.

Am 27. Dezember 2019 bin ich in Sydney gelandet und schon vom Flugzeug aus konnte man viel davon sehen, beziehungsweise man konnte nur wenig sehen. Der Rauch, den das Feuer verursachte, machte die Sicht immer schlechter, je näher man in Richtung Sydney geflogen ist. In Sydney selbst waren erst wenige Wochen zuvor Warnungen ausgesprochen worden, man solle nicht das Haus verlassen. Zu der Zeit war die Sichtweite auf gerade einmal 35 Meter beschränkt und für die Lungen war es eine Belastung, als würde man ungefähr 1,5 Schachteln Zigaretten pro Tag rauchen, was für Kinder, Asthmatiker und die Tiere sehr gefährlich ist.

Sydneys Wahrzeichen, das Opera House, vor der vom Rauch verblassten Sonne.

Doch nicht nur der Rauch brachte Gefahren mit sich. Während meiner Zeit in Australien habe ich andere Backpacker getroffen, die evakuiert werden mussten, da an deren Aufenthaltsort die Gefahr zu groß war, von den Flammen eingeschlossen zu werden. Das bedeutet für die Backpacker: Man musste für seine Reiseroute täglich überprüfen, ob die Straßen befahrbar und sicher sind und ob das jeweilige Reiseziel auch sicher ist. Da kam es nicht selten vor, dass Backpacker die Route neu Planen mussten, um auf der sicheren Seite zu sein. Denn seit die Feuer in Australien wüten, sind bereits mindestens 25 Menschen an den Feuern oder deren Folgen gestorben.

Nicht nur Backpackern und Australien macht das Feuer schwer zu schaffen. Schätzungen der australischen Regierung zufolge sind mindestens eine Milliarde Säugetiere, Reptilien und Vögel bei den Bränden ums Leben gekommen. Man kann davon ausgehen, dass auch teilweise Spezies ausgerottet wurden, die Tiere die es überlebt haben werden jetzt mit einem zerstörten Ökosystem und ohne Nahrung zu kämpfen haben. Experten sagen, wenn sich so eine Katastrophe wiederholt, haben die Tiere kaum eine Chance.

Doch bei all diesen gewaltigen Zahlen fragt man sich, wie ist die Lage und Stimmung bei den Australiern ist? Die Personen, mit denen ich darüber gesprochen habe, sagen sie hätten solche gewaltigen Brände noch nie erlebt. Das bringe unter anderem Angst um ihr Hab und Gut und auch um Familienangehörige, die in den gefährdeten Regionen leben mit sich. Sie seien in ständigem Kontakt mit ihren Familie denn die herannahende Gefahr dürfe man nicht unterschätzen.

Marvin Renner

 

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