Fünf Jahre Gesundheits-Studiengänge an der DHBW

Als im Oktober 2013 die ersten Studiengänge im Bereich Gesundheit gestartet sind, nahm die DHBW damit eine Pionierrolle in der Akademisierung der Gesundheitsberufe ein. Fünf Jahre später zieht die Heidenheimer Hochschule eine positive Bilanz.

„Wir sind mit dem Ziel ins Rennen gegangen, den wachsenden Herausforderungen im Gesundheitswesen durch eine akademische Höherqualifizierung der Gesundheitsfachberufe zu begegnen“, erläutert Prof. Dr.-Ing. Dr. Rainer Przywara, Rektor der DHBW Heidenheim. „Heute wissen wir: Das Modell ist sehr erfolgreich.“ Mit dem Start von drei Studiengängen im Bereich Gesundheit erschloss die DHBW vor fünf Jahren einen zukunftsweisenden Studienbereich und erweiterte damit nicht nur ihr eigenes Portfolio. „Seit dieser Zeit ist es Auszubildenden im Gesundheitswesen erstmals möglich, ihre Ausbildung in ein duales Bachelor-Studium zu integrieren“, betont der Rektor stolz.

Dass die Verknüpfung äußerst gelungen ist, zeige sich auch daran, dass sie in den vergangenen Jahren bereits häufig referenziert wurde, ergänzt Prof. Dr. Marcel Sailer, Studiengangsleiter an der DHBW. Nicht zuletzt sei damit die Grundlage für den großen Erfolg beim Ausbauprogramm Gesundheit des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gelegt worden. Insbesondere bei der Akademisierung der Hebammenausbildung nahm die DHBW gemeinsam mit der Universitätsfrauenklinik Ulm eine Vorreiterrolle in Baden-Württemberg ein und blickt heute auf eine mehrjährige Erfahrung zurück.

Im Wintersemester 2013 nahmen die ersten Gesundheits- und (Kinder-)Krankenpfleger, Hebammen, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Operationstechnische Assistenten sowie Medizintechnische Assistenten mit den drei Fachrichtungen Laboratorium, Radiologie und Funktionsdiagnostik ihr Studium auf. 2015 wurde das Studienzentrum Gesundheit gegründet, welches die Gesundheitsstudiengänge organisatorisch vereint und sich mit der interprofessionellen Lehre, Forschung und Studienfachbereichsentwicklung befasst. Vor einem Jahr starteten erstmals die weiterentwickelten Studiengänge Angewandte Gesundheits- und Pflegewissenschaften sowie Angewandte Hebammenwissenschaft.

Nicht nur inhaltlich und organisatorisch hat sich der Studienbereich weiterentwickelt, auch die Zahl der Studienplätze ist gestiegen: 2013 haben 66 Erstsemester-Studierende ihr Studium im Bereich Gesundheit an der DHBW Heidenheim aufgenommen. Heute bieten die rund 50 kooperierenden Universitätskliniken, Kliniken, Krankenhäuser, Labore, Bildungseinrichtungen, Medizinischen Versorgungszentren, Praxen sowie Rehabilitations-, Senioren- und Pflegeeinrichtungen jährlich zum Studienstart 120 Studienplätze an.

Dass die Absolventen der Gesundheitsstudiengänge nach ihrem Studium in der Praxis gefragt sind, beweisen die Alumni. „Die Absolventen zeichnen sich insbesondere durch fundiertes fachliches Wissen, Verständnis für übergreifende Zusammenhänge sowie die Fähigkeit, theoretisches Wissen in die Praxis zu übertragen, aus“, so Prof. Dr. Wolfgang Weidemann, Studiengangsleiter an der DHBW. Den besten Beweis dafür, dass das Studium auch für die Gesundheitsforschung qualifiziert, liefern die Absolventen selbst: Ihre Entwicklungs- und Forschungsarbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet. Eine Absolventin hat nun sogar die Möglichkeit direkt nach dem Bachelorstudium zu promovieren.

Der Aufbau von Studienangeboten im Bereich Gesundheit an der DHBW ist für Rektor Rainer Przywara noch längst nicht abgeschlossen: Sollte das Land die finanziellen Mittel zur Verfügung stellen, existieren bereits Pläne für eine wesentliche Erweiterung des Studienfachbereiches. Konkret wären für ihn duale Studienangebote in den Berufsfeldern Logopädie und Notfallsanitäter realisierbar. „Die stetige Weiterentwicklung und der Ausbau stärken den Bereich Gesundheit nachhaltig. Unser Ziel ist es, durch hochschulische Ausbildung von Angehörigen der Gesundheitsfachberufe zur optimalen Versorgung im Gesundheitssystem beizutragen.“

 

Die Gesundheits-Studiengänge der DHBW Heidenheim im Überblick

  • Das berufsbegleitende Hochschulstudium der Angewandten Gesundheits- und Pflegewissenschaft verbindet die Pflegeausbildung mit einem Hochschulstudium. Die Studierenden erlangen dabei Fähigkeiten und Kompetenzen, um die Gesamtverantwortung für komplexe Herausforderungen im Pflegeprozess zu übernehmen, und können für Problemstellungen ihres Arbeitsfeldes eigenverantwortlich wissenschaftlich begründbare Lösungen erarbeiten. Der Studiengang berücksichtigt ambulante und stationäre Versorgungsprozesse in allen pflegerischen Fachdisziplinen vor dem Hintergrund einer generalistischen Pflegeausbildung.
  • Das Studium der Angewandten Hebammenwissenschaft verbindet die berufspraktische Ausbildung mit einem Hochschulstudium. Nach drei Jahren Vollzeitstudium erlangen die Studierenden die staatliche Anerkennung als Hebamme sowie den Bachelorabschluss. Ziel des Studiums ist die qualitativ hochwertige Versorgung von Frauen, Neugeborenen und Familien während der Familienplanung, Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett sowie dem ersten Lebensjahr des Kindes. Das Studium kombiniert grundständige Studieninhalte mit evidenzbasierter Hebammenpraxis und angewandter Hebammenforschung, die für die Berufsgruppe der Hebammen/Entbindungspfleger relevant sind. Der Studiengang wird integrativ mit der Ausbildung zur Hebamme/Entbindungspfleger durchgeführt.
  • Der Studiengang Interprofessionelle Gesundheitsversorgung verbindet vor dem Leitgedanken der interprofessionellen Kooperation und -versorgung die Berufsgruppen der Ergotherapie, Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Physiotherapie. Das dreisemestrige Studium baut auf den vorhandenen Kenntnissen der Ausbildungsberufe auf und vertieft und erweitert das dort erworbene Wissen. Im Vordergrund stehen interprofessionelle Therapie- und Behandlungskonzepte der Prävention, Frührehabilitation und Rehabilitation.
  • Der Studiengang Medizintechnische Wissenschaften ist auf die Zielgruppen der Medizinisch-technischen Laborassistenz, Medizinisch-technischen Radiologieassistenz, Medizinisch-technischen Assistenz für Funktionsdiagnostik sowie der Operationstechnischen Assistenz ausgerichtet. Der ebenfalls dreisemestrige Studiengang baut auf der abgeschlossenen Berufsausbildung auf und vertieft und erweitert das dort erworbene Wissen. Hierdurch werden die Absolventen befähigt, auch modernen hochkomplexen Anforderungen in bioanalytischen, radiologie- und funktionsdiagnostischen sowie operationstechnischen Bereichen von medizinischen Einrichtungen gerecht zu werden.
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