Restaurantbesuch auf Chinesisch?

Chinesisch als Fremdsprache kann eine ganz schöne Herausforderung sein – doch wer sich traut, lernt nicht nur eine völlig neue Sprache, sondern auch eine ganz besondere Kultur kennen: Eine Kultur, in der zum Beispiel das gemeinsame Essen und Trinken eine ganz wesentliche soziale Bedeutung hat.

Angeleitet von Chinesisch-Lehrerin Angela Jäger haben Schüler der Klassen 8 und 9 des Hellenstein-Gymnasiums, die im ersten bzw. zweiten Jahr Chinesisch lernen, eine ganz besondere Praxis-Erfahrung gemacht: Nachdem die Schüler sich einen Zechen- bzw. Wortschatz rund ums Thema Essen und Trinken angeeignet hatten, sollten sie diese in der Praxis testen – denn nur Theorie ist ja langweilig. Am besten lernt man, wenn man etwas ausprobiert – und so ging es für die Schüler in ein chinesisches Restaurant nach Ulm. Dort wird noch auf traditionell chinesische Art das Essen und Trinken zubereitet – doch die eigentliche Herausforderung für die Schüler war viel eher, tatsächlich auf Chinesisch zu bestellen.

Das kommt mir Chinesisch vor!

Bevor es losgehen konnte, haben die Schüler darum erstmal grundsätzliches im Unterricht gelernt – zum Beispiel, wie man sich auf Chinesisch darauf verständigt, Essen zu gehen. Auch die Frage des Kellners, für wie viele Personen man einen Tisch benötigt, muss schließlich vor Ort beantwortet werden können. Aber am allerwichtigsten: Die Schüler kernten, wie man das gewünschte Essen und die Getränke im Restaurant bestellt – denn niemand will schließlich etwas ganz anderes auf dem Teller haben.

Zudem wissen die Schüler nun, wie man sagt, dass es gut schmeckt oder dass man etwas nicht so gern mag, wie man erklärt, dass man Vegetarier ist oder aber, dass man sehr gerne Fleisch isst.

Nach intensiven Übungen war es dann soweit und die Schüler durften endlich die kulinarischen Köstlichkeiten probieren, die auf einer eigens hergestellten und mit Schülermotiven künstlerisch selbst gestalteten Speisekarte zu finden waren. In einem Ulmer China-Restaurant war es möglich, die Speisen im Voraus so zu bestellen, dass sie auch tatsächlich original chinesisch zubereitet wurden. Es wurden acht verschiedene Speisen bestellt, die dann traditionell auf einer Drehplatte in der Mitte der beiden Tische serviert wurden, so dass jeder von jedem Gericht nehmen konnte, so viel er wollte.

Am beliebtesten bei den Heidenheimer Schüler schienen die an die schwäbischen Maultaschen erinnernden 饺子Jiǎozi und das Schweinefleisch süß-sauer zu sein.

Jeder Schüler bestellte sein Getränk selbst, was die chinesische Kellnerin mit großer Freude aufgenommen hat. Zudem wurde trainiert mit Stäbchen zu essen, auf Chinesisch das Essen zu kommentieren und natürlich auch nach dem 厕所cèsuǒ (WC) zu fragen.

Die HG-Schüler hatten viel Spaß bei diesem besonderen Lerngang und freuen sich schon auf die bevorstehende China-Reise im Mai 2020.

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