Von der Schulbank an den Mittagstisch

Wer konzentriert lernen will, muss auch gut essen. Und weil so ein Schulalltag lange gehen kann, ist der Mittagstisch nicht zu vernachlässigen. Wer kein zusätzliches Pausenbrot dabei hat, braucht eine Alternative. Einige Schüler gehen in Grüppchen gesammelt zum Bäcker, in die Dönerbude oder fahren sogar zu McDonalds. Doch das kostet Zeit und die ist in der Mittagspause begrenzt. Da ist es doch entspannter, direkt in der Schule zu bleiben und in der Mensa zu speisen.

Verantwortlich für die Schulmensen in Heidenheim ist die Stadt Heidenheim. Sie kümmert sich darum, wer die Schulen mit Essen beliefert, wie es zubereitet wird und wie der Speiseplan gestaltet ist. Somit ist die Stadt auch Anlaufstelle bei Beschwerden oder Änderungswünschen.

Mit dem „Cool und Chill“-Verfahren Vitame auf dem Lieferweg erhalten

Seit Schuljahresbeginn werden die meisten Schulmensen in Heidenheim von der Firma „Gastromenü“, die in Ulm kocht, beliefert. Die Speisen werden auf dem Weg nach Heidenheim warmgehalten, wodurch allerdings Nährstoffe verloren gehen und auch die Optik der Speisen zum Teil leidet. Deshalb möchte die Stadt nun auf das „Cool und Chill“-Verfahren umstellen. Dabei wird das Essen zunächst gegart und anschließend stark – auf etwa drei Grad – heruntergekühlt. Erst unmittelbar vor der Ausgabe in der Mensa werden die Speisen in einem Dampfgarer, einem sogenannten Konvektomaten, auf Verzehrtemperatur erwärmt.

Einen erheblich kürzeren Fahrtweg haben die Speisen, die die Metzgerei Honold aus Heidenheim liefert: Die Schüler des Schulverbunds im Heckental, der Grundschule Oggenhausen sowie der Mittelrainschule werden von der hiesigen Metzgerei seit Sommer 2016 versorgt. Indes kocht „Apetito Catering“ aus Rheine im Werkgymnasium in der schuleigenen Küche.

Doch eines haben alle Caterer gleich: Sie bieten jeweils zwei Gerichte an, wobei eines immer vegetarisch ist. Dabei gehen Essen mit Fleisch weitaus häufiger über die Theke. Zwischen 3,40 Euro und 3,80 Euro kostet ein Menü. Die meisten Essen werden am Werkgymnasium ausgegeben. Im Schuljahr 2017/18 waren es im Schnitt rund 240 täglich. Im Hellenstein-Gymnasium waren es in diesem Zeitraum knapp 50 Essen, was an der Nähe zur Innenstadt liegen mag.Die Stadt zeigt sich sehr zufrieden mit den Caterern, die die Schulmensen beliefern. Doch sind das die Schüler auch? Und was wird in den Mensen überhaupt aufgetischt? Redakteurin Sandra Gallbronner hat nachgefragt und das ein oder andere Menü gleich mal selbst getestet.

 

Ann-Kathrin Grübel, 13, besucht die 7. Klasse am Hellenstein-Gymnasium:

„Mir schmeckt das Essen in der Mensa echt gut. Ich esse zwei Mal in der Woche hier. Die Speisekarte ist nun noch abwechslungsreicher als beim vorigen Anbieter. Dieses Schuljahr habe ich noch nichts doppelt gegessen. Gut finde ich auch, dass man sich einen Nachschlag holen darf – sogar beim Nachtisch. Allerdings esse ich, obwohl ich Fleisch esse, oft das vegetarische Gericht, weil die Schlange dort viel kürzer ist. Gehe ich am Nachmittag in die AG habe ich nämlich nur 25 Minuten Mittagspause.“

 

Amelie Boss, 17, Kursstufe 1 am Heidenheimer Hellenstein-Gymnasium:

„Ich esse sehr häufig in der Mensa. Es ist geschickt gleich in der Schule bleiben zu können, wenn man Nachmittagsunterricht hat. Das Angebot ist zwar abwechslungsreich, die Gerichte schmecken aber oft fad. Die Portionen sind, zumindest für die Älteren, teils zu klein. Mit Salat und Nachtisch reicht es mir aber meist. Die Jüngeren hingegen schmeißen viel weg. Gerade für Vegetarier gibt es meiner Meinung nach Nachteile: Beispielsweise, wenn es bei der kostenlosen Suppe Hühnerbrühe gibt oder das Hauptgericht eine Süßspeise ist – das ist dann wie ein Nachtisch, den es ja ohnehin schon gibt.“

 

Juan Luis Looss, 13, 7. Klasse am Hellenstein-Gymnasium:

„Mit dem neuen Anbieter ist das Mensaessen besser geworden, auch vielfältiger. Dennoch ist es nur ganz okay, von der Qualität aber nicht super. Letztens hatte ich verkochte Nudeln und auch die Soßen schmecken nicht immer. Oft ist es die gleiche, die zu fettig ist. Der Nachtisch ist meist auch nicht so meins. Es dürfte ruhig öfter Burger oder auch mal Pizza geben. Pizza oder Döner hole ich mir dann ab und zu in der Stadt.“

 

Massa Alhomsi, 14 (links) und Teresa Al Hraira, 17, beide 7. Klasse in der Werkrealschule im Heckental:

Massa und Teresa essen fast täglich in der Mensa und finden das Essen dort gut. Es gibt nur einen Haken: „Da ich kein Schweinefleisch esse, kann ich das erste Menü manchmal nicht nehmen“, erzählt Massa. Deshalb isst die Schülerin häufig das vegetarische Gericht. Das störe sie aber nicht. Auch über das Mittagessen hinaus halten sich die Freundinnen sehr gerne im Bereich der Mensa auf. „Es gibt Sofas zum Chillen und Spiele. Das ist toll“, so Teresa.

 

Lea Mair, 17, Abiturientin am Werkgymnasium:

„Mir fehlt die Abwechslung im Speisplan. Vor allem beim vegetarischen Essen gibt es immer das Gleiche – Nudeln mit irgendeiner Soße, die oft auch noch viel zu dünn ist. Zudem stört mich, dass das Essen oft nur lauwarm ist und es kaum Nachschlag gibt. Gerade die Jungs aus unserer Klasse erzählen häufig, dass sie nicht satt geworden sind. Jüngere Schüler lassen die Teller hingegen oft halbvoll zurückgehen.“

 

Mein Eindruck vom Essen:

Zurück in die Schulkantine: Redakteurin Sandra Gallbronner hat die Mensen im Werkgymnasium, im Hellenstein-Gymnasium und im Schulverbund im Heckental getestet. Ihr Fazit: Zusammen mit Suppe, Salat und Nachtisch gibt es vielseitige Menüs, die ihr zum Satt werden gut ausgereicht haben. Zudem ist die Abwechslung der Hauptspeisen groß. Wer keine Sterne-Küche erwartet, wird auch geschmacklich zufrieden sein. So war der Himbeerquark mit echten Himbeeren versetzt. Nur an Salz hat es teilweise gefehlt, aber wozu gibt es Salzstreuer. Anders als angenommen gibt es in den Mensen nicht nur hochgesundes Gemüse und Hülsenfrüchte, sondern auch mal Burger und Schnitzel. Und das darf auch so sein.

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