Waldorfschule feiert Jubiläum mit Bienen und Staffellauf

Weltweit gibt es rund 1100 Waldorfschulen, eine davon steht in Heidenheim. Die erste Schule, an der nach den pädagogischen Prinzipien von Rudolf Steiner unterrichtet wurde, öffnete vor 100 Jahren in Stuttgart ihre Pforten. In Heidenheim war es zwar erst 27 Jahre später so weit, aber trotzdem feiert man auch in Heidenheim das große Jubiläum mit. „Waldorf 100“ ist eine Initiative der Internationalen Konferenz der waldorfpädagogischen Bewegung. An drei Aktionen, die die ganze Welt umspannen, wird sich auch die Heidenheimer Schule beteiligen.

Ein vierköpfiges Team hat sich um die Organisation des Heidenheimer Festjahres gekümmert: die Lehrerinnen Silvia Tampe und Gabriele Verheyen, Susanne Hesener, die sich um die Öffentlichkeitsarbeit der Schule kümmert, und Sabine Neugebauer, die im Vorstand des Waldorfkinderhauses Giengen tätig ist.

Kunstwerke gehen um die Welt

Bereits am Laufen ist die Aktion „Kartentausch“: Die Schüler der Waldorfschule haben insgesamt 1200 Postkarten bekommen, auf denen als Adressat jeweils schon eine andere Waldorfschule irgendwo auf der Welt eingetragen ist. Die Rückseite ist frei und hier sind die Schüler aufgefordert, kleine Kunstwerke zu malen, die dann auf die Reise gehen. „Post zu verschicken ist ja an sich schon etwas Besonderes“, meint Silvia Tampe. Beim Kartentausch bekommen die Schüler aber zudem auch noch das Gefühl, dass sie Teil einer weltweiten anthroposophischen Bewegung sind. Die Karten, die nach und nach aus aller Welt in Heidenheim eintrudeln, werden im Foyer der Schule auf Stellwände geheftet und stoßen täglich auf Interesse bei den Schülern.

Eine Oase für Bienen

„Bees and Trees“, Bienen und Bäume, heißt eine weitere Aktion, für die die Heidenheimer Waldorfschule einen unterrichtsfreien Tag am Mittwoch, 27. Februar, reserviert hat. Die internationale Waldorfbewegung hat es sich zum Ziel gesetzt, alle Waldorfeinrichtungen weltweit zu Bienenoasen zu machen. In Heidenheim ist man insofern schon dabei, dass es im Schulgarten bereits einen Bienenstock gibt. „Wir haben Bienenpotenzial“, meint Lehrerin Silvia Tampe. Am Aktionstag sollen sich die Schüler künstlerisch, naturwissenschaftlich und handwerklich mit dem Thema Bienen beschäftigen. Es sollen beispielsweise Bienenhotels für Wildbienen gebaut werden, der Demeter-Imker Günter Friedmann aus Küpfendorf kommt an die Schule und es sind verschiedene Schülervorträge zum Thema geplant. „Unserer Projekte sollen aber nachhaltig sein und über den Tag hinaus dauern“, wünscht sich Silvia Tampe. Die emotionale Anbindung an Bienenwachs wird schon im Waldorfkindergarten angelegt: Die Kinder malen mit Wachsmalstiften, das Kerzendrehen und -ziehen ist ein wichtiger Bestandteil der Vorweihnachtszeit.

Die dritte Aktion, die die Verbindung zwischen den Schulen betonen soll, ist ein Staffellauf der Waldorfschulen durch Deutschland. Der Startschuss fiel am 10. Juni 2018 in Flensburg, auf drei Routen werden Staffelhölzer durch Deutschland getragen, die am Ende bei der zentralen Festveranstaltung am 19. September im Berliner Tempodrom ankommen sollen.

Im März wird die Stafette in Heidenheim erwartet, sie wird von Waldorfschülern aus Aalen gebracht. Weitergereicht wird der Holzstab an die Waldorfschule Illerblick in Ulm. Die 41 Kilometer werden die Waldorfschüler zu Fuß, zu Pferde und per Boot überwinden. „Erlaubt ist alles, was keinen Motor hat“, erläutert Gabriele Verheyen.

Konzert, Fest und Vortrag

Des weiteren gehören zum Festprogramm ein Tag der offenen Tür in der Schule am Samstag, 26. Januar, ein Vortrag mit der Waldorfpädagogin Monika Kiel-Hinrichsen am Mittwoch, 20. Februar, um 20 Uhr in der Waldorfschule, ein großes Sommerfest am 20. Juli und ein Festakt „Waldorf 100“ am 11. September. Im November ist eine Ausstellung zur Waldorfpädagogik im Rathausfoyer geplant, am 23. November ein Benefizkonzert vom Tonkünstlerverband, der wiederum selbst den 60. Geburtstag feiert.

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