Erfindergeist bei Heidenheimer Studenten

Noch wird unter Hochdruck gearbeitet, aber am Mittwoch, 12. Dezember, 15 Uhr wird es soweit sein: Die Studierenden des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen der DHBW Heidenheim präsentieren im Rathaus ihre Projekte, die im Rahmen einer semesterübergreifenden marktorientierten Produktentwicklung entstanden sind. Zuvor gibt es um 14 Uhr einen Vortrag von Ralph Seitz über Innovationen

Gemüse umweltschonend verpacken

Insgesamt 32 Prozent aller Gemüse- und Obstverpackungen werden für Tomaten verwendet. Sehr oft sind dies Verpackungen aus Plastik. Dies will das Team „GreeenS“ ändern: Im Rahmen ihres Projekts fokussieren sich die acht angehenden Wirtschaftsingenieurinnen auf die Entwicklung einer vollständig kompostierbaren Tomatenverpackung. „Durch die Verwendung von Graspapier, wollen wir einen positiven Beitrag zum Umweltschutz leisten“, erklärt Projektleiterin Regina Huber. „Wir wollen, dass natürliche und vor allem biologische Produkte eine ebenso natürliche Verpackung erhalten.“ Des weiteren wollen sie mit Kunden sprechen, die aus hygienischen Gründen kein loses Gemüse konsumieren möchten.
Neben dem ökologischen Vorteil bietet die kompostierbare Verpackung noch einen weiteren Mehrwert: Durch ihre optimierte Stabilität werden die Tomaten in Form gehalten und können gestapelt werden. Zudem wollen die Studentinnen durch eine spezielle Falttechnik und einen zusätzlichen, stabilisierenden Einsatz den Inhalt vor mechanischen Einflüssen optimal schützen.
In Kooperation mit dem Heidenheimer Unternehmen Edelmann entwickelt die Gruppe gerade den Prototyp.

Leichtbaufelge neu gedacht

Die Projektgruppe „AeroRim“ hat sich das Ziel gesetzt, eine Leichtbaufelge aus Kohlefaser (CFK) zu fertigen. Diese soll zusätzlich durch eine vorausgehende Galvanisierung mit einer Metallschicht überzogen werden, um die Felge gegen Umwelteinflüsse zu schützen.
Die Idee, die von Projektleiter Alexander Huck stammt, soll mittels einer speziellen Harz-Härter-Kombination realisiert werden, die zusammen mit einem Karbonfasergelege die Felgenform bildet. „In meinem beruflichen Umfeld bin ich häufig mit ähnlichen Werkstoffen in Berührung gekommen“, erläutert Alexander Huck. In Kombination mit seiner Affinität zu Automobilen formte sich so die Idee, eine leichte Felge für Autos zu entwickeln und zu produzieren.
Um dieses Ziel zu erreichen, haben die Studierenden bereits verschiedene Vorarbeiten geleistet: Zum Projektbeginn haben sie eine umfangreiche Befragung auf der Messe „The Tire Cologne“ sowie im Web zur Marktanalyse gestartet. Im Zuge dieser Befragung wurden zudem die möglichen Zielgruppen genauer spezifiziert.
Zum anderen führen die Studierenden laufend Tests durch, um das perfekte Mischungsverhältnis zwischen Harz und Härter zu finden und so den idealen Werkstoff zu kreieren. Alexander Huck ergänzt: „Da es sich um einen neuen Werkstoff handelt, müssen auch Materialkennwerte geprüft und festgehalten werden, weshalb diverse Labortests notwendig sind.“

Intelligent ans richtige Gate gebracht werden

Das Projektteam „Transport Vehicle and Intelligent System“, kurz Travis, hat sich fest vorgenommen, den Passagieren an großen Flughäfen eine angenehmere Mobilität anzubieten. Konkret soll der fahrbare Untersatz Travis nach dem Check-In und Security-Check insbesondere Fahrgäste mit eingeschränkter Mobilität automatisch zum passenden Gate am Flughafen fahren. Dafür nötig ist einzig der Scan des Flugtickets. Den Weg kennt Travis allein.
Um herauszufinden, ob so ein Gefährt überhaupt gewünscht ist, haben die Studierenden eine Befragung durchgeführt. Auch Kontakte zum Flughafen München bestehen bereits. Ziel ist es nun, die Konstruktion fertig zu stellen, das mechatronische System zu bauen und den Rahmen für einen ersten Prototyp zu fertigen.

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