Geocaching: Auf Koordinatensuche in Heidenheim

Beim Geocaching geht es darum, mit Hilfe von GPS-Geräten und Koordinaten Verstecke zu finden (die sogenannten Geocaches). Es ist eine Art moderne Schnitzeljagd, bei der Hinweise wie zum Beispiel GPS-Koordinaten für ein Versteck im Internet veröffentlicht werden. So kann auch der Besitzer eines Verstecks informiert werden, wenn jemand fündig wurde und seinen Erfolg teilen möchte.

Auch im Kreis Heidenheim sind die Schatzjäger unterwegs. Beim Kreismedienzentrum in der Stadtbibliothek können GPS-Geräte für die Schnitzeljagd ausgeliehen werden. „Das Angebot wird relativ gut genutzt“, erklärt Maximilian Grimm. Er ist beim Medienzentrum unter anderem für den Geräteverleih zuständig. Es gebe insgesamt 16 Geräte, die auch regelmäßig ausgeliehen werden, die allermeisten natürlich, wenn es warm ist: „Die Kurze-Hosen-Zeit ist unsere Hochsaison.“ Allerdings gebe es auch manchmal Leute, die sogar im Winter auf Schnitzeljagd gehen. Das Publikum sei dabei von jung bis alt ganz bunt gemischt, so Grimm.

Auf www.heidenheim.de gibt es Anleitungen für drei vorausgewählte Routen, sogenannte Multicaches. Dabei gilt es, auf mehreren Stationen einer Spur zu folgen. Die Koordinaten des Ausgangspunkts sind dabei vorgegeben. In der Anleitung stehen Hinweise, mit denen sich die Koordinaten der nächsten Station herausfinden lassen. Wenn man alles richtig macht, wartet am Ende ein kleiner Preis auf die Schatzjäger.

Die NOISE-Redaktion hat sich selbst auf Schatzsuche begeben, und war mit den GPS-Geräten des Medienzentrums im Brenzpark unterwegs. So ist es gelaufen:

Die NOISE-Redaktion beim start des Geocaches: Kathrin Schuler, Sandra Gallbronner, Maximilian Haller, Patrick Vetter und Elena Kretschmer (von links).

Es sind Kindheitserinnerungen, die Lust auf die Geocaching-Tour machen – Pfeilen folgen, Rätsel lösen, Abenteuer. Was früher Schnitzeljagd hieß, klingt heute mit „Geocaching“ moderner – und ist es aufgrund technischer Hilfsmittel auch.Die Route durch den Brenzpark ist vor allem für Geocaching-Neulinge sehr zu empfehlen. Zentral, überschaubar, das Risiko sich zu verlaufen äußerst gering. Für Touristen, aber auch Einheimische, die den Brenzpark nicht kennen, ist es eine schöne Möglichkeit die Anlage und seine Angebote kennenzulernen. Denn anstatt stur die einzelnen Punkte abzulaufen, müssen immer wieder Fragen zum Park beantwortet werden.

Ein weiterer Pluspunkt hierbei: Als Geocacher ist man in der Regel nicht allein unterwegs. Im Team macht die Runde gleich doppelt so viel Spaß. Man kann sich helfen, wenn die richtige Zahl fehlt und gemeinsam auf den Spielplätzen das Kind in sich herauslassen.Was den Spaß allerdings schnell trübt: wenn das GPS-Gerät streikt. Da zeigt der Pfeil mal in eine völlig falsche Richtung oder möchte sich erst gar nicht bewegen. Da wird der naturliebende Geocacher schnell zum sogenannten „Smombie“, der mehr auf das Display des elektronischen Geräts als auf seine Umgebung achtet. Schade. Um das zu verhindern, gilt es, viel Zeit mitzubringen, und immer wieder Pausen einzulegen.

Diejenigen die den Brenzpark kennen wie ihre Westentasche, werden das GPS-Gerät hingegen erst gar nicht benötigen, denn sie finden anhand der Erklärungen im Informationsblatt der Tour die jeweils nächste Anlaufstelle.Nichtsdestotrotz: Die Geocaching-Tour durch den Brenzpark lohnt sich. Wen das GPS-Gerät nervt, packt man es einfach ein und schaut bei den Mitstreitern rein. Zusammen rätseln macht ohnehin mehr Spaß. Sandra Gallbronner

Geocaching? Ist doch was für Kinder. Ist doch eigentlich wie Schnitzeljagd – nur eben mit GPS-Gerät. Dachte ich. Doch dann, beim Geocaching im Brenzpark, stellte sich schnell heraus: Ganz so einfach ist es eben doch nicht. Denn statt Kreidepfeilen auf dem Boden gilt es, Koordinaten nachzujagen. Und die bekommt man nicht mal eben so: Nach dem vorgegeben Startpunkt am Haupteingang des Brenzparks ergeben sich die weiteren Zielkoordinaten durch kleine Aufgaben, die es an jedem Punkt zu lösen gibt.  Und rechnen können muss man dabei auch noch – wenigstens ein bisschen.

Kreuz und quer führt uns die Route durch den Brenzpark: Über den Fluss, wieder zurück, vom einen Ende ans andere. Immer der Nase nach – oder vielmehr: dem kleinen schwarzen Pfeil auf dem GPS-Gerät hinterher.

Mein Fazit: Mit einem kleinen Team macht Geocaching definitiv richtig Spaß – und die Gefahr, den falschen Koordinaten hinterherzujagen, ist so auch geringer. Klar, im Brenzpark kann man sich nicht so schnell verlaufen. Doch bei einem Geocache in einem nicht so begrenzten Bereich, kann man leicht einen Koordinationspunkt in der völlig falschen Richtung anpeilen: ein Zahlendreher genügt. Umso besser also, wenn man die Rätsel gemeinsam löst. Nach Möglichkeit sollte allerdings jeder sein eigenes GPS-Gerät haben. Die sind nämlich ziemlich klein – und außerdem kann sich man dann noch mehr über das Erfolgserlebnis freuen, wieder einen richtigen Koordinaten gefunden zu haben. Auch wer sich im Brenzpark bereits gut auskennt, kann beim Geocaching noch einiges dort entdecken: Die Hinweise sind so gelegt, dass man ganz nebenbei verschiedene Stationen im Park kennenlernt.

Übrigens: Wer das Rätsel des Geocaches richtig lösen kann, darf sich am Ende über einen Preis freuen. Wer mehr wissen will, muss allerdings selbst auf Koordinaten-Jagd gehen. Kathrin Schuler

„Ist das überhaupt die Richtige Seite der Brenz? Ich weiß nicht wo ich bin“, oder „Laut meinem GPS-Gerät laufen wir jetzt Rückwärts“, sind Sätze, um die Geocaching-Debütanten im Brenzpark wohl nicht drum herumkommen. Verloren geht trotzdem keiner, denn wer den Brenzpark gut kennt, der kann sich bei den einzelnen Stationen der vorgefertigten Route meist schon denken wo die Reise hingeht.

Die zweistündige Runde ist ein Spaziergang zwischen den markantesten Punkten des grünsten Fleckens Heidenheims. Trotzdem lohnt sich die Tour auch für eingefleischte Brenzparkliebhaber, denn beim Lösen der kleinen Aufgaben und Rätsel, müssen „Geocacher“ genauer hinschauen und können ganz neue Details entdecken. Ohne zu viel zu verraten: Es wird den Spaziergängern mit den GPS-Geräten nicht nur geistig, sondern auch körperlich etwas abverlangt. Allerdings sind alle Stationen für wirklich jeden zu lösen, egal ob alt oder jung.

Die größte Hürde kommt gleich zu Beginn und hat wenig mit der Route zu tun: Wer sich mit den Ortungsgeräten nicht auskennt, sollte Zeit einplanen, diese zu verstehen, ganz intuitiv klappt das nämlich nicht. Sind die ersten Koordinaten aber einmal eingegeben und ist die eigene Position einmal gefunden, entpuppt sich die Geocaching-Route durch den Park als gemütlicher Spaziergang kreuz und quer durch gepflegte Beete und bunte Blüten – Zumindest, wenn der Blick sich zwischendurch von dem gelblich schimmernden Bildschirm des GPS-Gerätes hebt. Sonst bewegt man sich zwei Stunden lang nur als Schwarzer Pfeil auf einer kleinen Pixeloberfläche in Richtung nächstes Fähnchen. Patrick Vetter

Der Gerät. Nein, in diesem Fall ist es kein Dönerschneider, sondern ein GPS-Gerät. Sieht ein bisschen aus wie ein Handy, nur dass man damit nicht telefonieren kann. Man gibt Koordinaten ein. Gut, dass dazu eine Anleitung beiliegt. Erstmal mit dem Ding vertraut machen. Ach, wenn man hier drückt, kommt man ins Menü. Ah, und wenn man hier weiter drückt, kann man eine neue Koordinate eintippen. Also suchen wir doch gleich mal nach dem zweiten Hinweispunkt. Der erste war einfach, stand ja schon auf dem Blatt Papier mit den Anweisungen. Auf dem schreibt man auch die Zahlen auf, die es rauszufinden gilt. Denn am Ende wartet ein Sudoku. Und ein Preis.

Aber in welche Richtung geht’s denn nun? Mal ein paar Schritte laufen. Okay, der kleine schwarze Pfeil auf dem Gerät bewegt sich in die falsche Richtung, also umdrehen. Jetzt stimmt’s. Nochmal nachlesen, was als Hinweis auf dem Zettel steht. Yes! Zweite Station gefunden. Zahl rausfinden, aber vorher erstmal über die Hindernisse balancieren. Ein Heidenspaß. Weiter geht’s. Rechnen. Das dürfen schön die anderen machen. Erst wieder einsteigen, wenn die Zahlen klar sind und sie dann in die Koordinaten-Maske eingeben. So hangelt man sich von Station zu Station. Auf dem Weg begegnet man Enten, Schwänen, Bauzäunen – drumrum geschlichen. So ein, zwei Stunden im Brenzpark zu verbringen, ist eigentlich schon schön. So eine grüne Oase mitten in der Stadt. Sollte man öfter machen. Auch ohne Geocaching. Wobei man dann sein Getränk im Café Lieblingsplatz selber zahlen muss… Aber auch das ist halb so wild.

Schließlich muss sich die komplette Geocaching-Truppe am Ende ein 0,3-Liter-Softgetränk teilen. Klar, wenn da so viele Leute kommen und was wollen, wird die Café-Besitzerin ja arm – könnte man meinen. Das Gegenteil ist der Fall. „Den Zettel seh’ ich vielleicht einmal im Jahr“, sagt sie ganz unverblümt. „Und das sind dann meist auch Touristen, die das machen.“ Naja, vielleicht schauen ja in Zukunft ein paar mehr Leute dort vorbei. Elena Kretschmer

Als „Kinderwagengeeignet“ beschreibt die Stadt Heidenheim die Geocaching-Tour durch den Brenzpark. Kann also gar nicht so schwer sein, denken wir uns, als wir durch das rote Tor am Haupteingang schreiten. Trotzdem brauchen wir fast zwei Stunden, bis wir den sagenumwobenen Brenztalschatz endlich in unseren Händen halten dürfen.

Die ersten 15 Minuten verbringen wir vor allem damit, die ausgeliehenen GPS-Geräte zum Laufen zu bringen – so ganz ohne Touchscreen ist das nämlich gar nicht so einfach. Sobald man jedoch den Dreh einmal raushat, kann der Spaß beginnen. Vom Fitnessparcours über das Baumhaus bis hin zum ehemaligen Eisweiher führt uns die virtuelle Schatzkarte durch den gesamten Brenzpark, bis wir schließlich unser Ziel am Café und Bistro „Lieblingsplatz“ erreichen.

Lohnt sich die Aktion? Absolut. Wer ein wenig Technikaffinität mitbringt, der hat bei dieser Geocaching-Route die Möglichlichkeit, den Brenzpark noch einmal neu kennenzulernen. Kleiner Tipp: Augen hin und wieder auch mal vom GPS-Gerät nehmen, sonst kann die Tour schnell mit einem Bad in der Brenz enden. Maximilian Haller

So sehen erfolgreicher Geocacher aus! Und einen Preis gab’s auch: Rhabarberschorle.

 

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