Jugendslang 2019: „Cringe“ ist das meistgesuchte Jugendwort

Seit 2008 kürt der Langenscheidt-Verlag nun schon das „Jugendwort des Jahres”. Dieses Jahr fiel die medienwirksame Wahl allerdings aus. Grund: Die Übernahme durch den PONS-Verlag. Aber kein Problem: Die Ehrenmänner und Ehrenfrauen der Vergleich.org-Redaktion haben jetzt das beliebteste Jugendwort 2019 einfach anhand der Google-Suchanfragen ausgewertet. Läuft bei denen.


  • Auf Platz 1: „Cringe”! Der Ausdruck wird in Momenten der Fremdscham verwendet und monatlich 76 860 Mal gesucht.
  • Auf Platz 2: „Habibi”! Die arabische Bezeichnung für „Schatz” oder „Liebling” suchen jeden Monat 72 000 Google-Nutzer.
  • Auf Platz 3: „Alman”! Die Bezeichnung für einen sich typisch deutsch verhaltenden Menschen suchen monatlich 40 500 Menschen.
  • Auf Platz 4: „Kek”! Der Begriff für einen Loser ist im Deutschrap verbreitet und wird monatlich 20 500 Mal gesucht.
  • Auf Platz 5: „Bratan”! Der aus dem Russischen stammende Begriff für „Bruder” kommt auf 19 380 Suchanfragen.

 Wie sehr die „Jugendwörter des Jahres” tatsächlich der Jugendsprache entsprechen, wird immer wieder angezweifelt. Unterhaltsam sind sie aber allemal. Für die Auswertung wurden die 20 von Langenscheidt für das „Jugendwort des Jahres“ 2019 nominierten Jugendslang-Begriffe mithilfe von SEO-Tools ausgewertet und so das beliebteste Jugendwort 2019 ermittelt.

Gar nicht peinlich: „Cringe” auf Platz 1

Der aus dem Englischen stammende Ausdruck steht dafür, dass etwas peinlich ist bzw. man sich fremdschämt und landet mit 76 860 Google-Suchanfragen pro Monat an der Spitze des Rankings. Wie die meisten der Jugendwörter ist auch dieser Ausdruck im Netz stark verbreitet. Entsprechend werden in diesem Kontext auch alle möglichen Dinge online gesucht, die „cringe” sein könnten, beispielsweise „cringe songs”, „cringe moments” oder „cringe 50 shades of grey quotes”. Für alle, die gar nicht genug vom genüsslichen Fremdschämen bekommen können: Der Reddit-Thread „r/cringe” versammelt stets das Neueste an Internet-Peinlichkeiten.

„Habibi” auf Platz 2

Auf dem zweiten Platz landet der aus dem Arabischen stammende Begriff „Habibi” mit 72 000 Suchanfragen. Der Ausdruck bedeutet „Schatz” oder „Liebling”. Für (männliche) Kumpels gibt es auch den Ausdruck „Habibo”.

„Habibi” ist eigentlich die männliche Form, zu einer Frau müsste man streng genommen „Habibti” sagen. Umgangssprachlich, auch in vielen Songs, wird aber „Habibi” auch für weibliche „Schätze” gebraucht. Auch im Deutschrap wird das Wort gerne verwendet, beispielsweise in „Yalla Habibi” von ApoRed, „Yallah Habibi” von DJ Antoine, Sido und Moe Phoenix oder „Habibi” von Nura.

 

„Alman” auf Platz 3

Auf dem dritten Platz mit 40 500 Suchanfragen: „Alman”, die Bezeichnung für jemanden, der sich  klischeehaft „deutsch” verhält, also zum Beispiel Wert auf Pünktlichkeit, Ordnung, Fleiß und allgemein die Befolgung von Regeln legt. Oder wie es Phil Laude in seinem Song „Alman” auf den Punkt bringt:

„Bierbauch ist da
Bärlauch ist da
Tennissocken in Birkenstock
Almanananana
Hemd in der Hose
Tanzen Katastrophe
Das ist der Alman in dir
Almanananana, yeah”

„Kek” auf Platz 4

Mit 20 500 Suchanfragen pro Monat landet „Kek” auf dem vierten Platz. Der Begriff stammt ursprünglich aus dem Online-RPG „World of Warcraft” und steht im Internet-Kontext meist als Alternative für LOL. Im Hip-Hop-Kontext wird der Begriff eher abwertend für einen Verlierer-Typen oder Möchtegern verwendet, ähnlich dem deutschen Begriff „Lauch“.

„Bratan” auf Platz 5

Der aus dem Russischen stammende Begriff leitet sich von dem Wort für „Bruder” ab und kommt mit 19 380 Suchanfragen pro Monat auf den fünften Platz. Besonders populär ist der Ausdruck ohne Zweifel durch den Berliner Rapper Capital Bra geworden.

Die Plätze 6-10

Auf Platz 6: „Gönnjamin” mit 17 020 Suchanfragen pro Monat. Der Ausdruck steht für jemanden, der sich Luxus gönnt. Rapper Kollegah machte den Begriff populär und hat sogar eine eigene Modelinie mit diesem Namen.

Mit 10 200 Suchanfragen auf Platz 7: Das „Hustlen”, also „hart arbeiten”, „sich für (finanziellen) Erfolg anstrengen”. Im ursprünglichen US- beziehungsweise Rap-Kontext muss man sich dabei nicht unbedingt innerhalb der Grenzen der Legalität aufhalten: Das Substantiv „Hustler” kann im US-Slang für verschiedene zwielichtige Berufsgruppen wie Dealer, Zuhälter oder Betrüger stehen.

2018 waren „Ehrenmann” und „Ehrenfrau” die Jugendwörter des Jahres – 2019 schafft es „Ehre genommen” mit 7560 Suchanfragen aber nur auf Platz acht. Der Ausdruck dafür, dass jemand sich hat demütigen lassen, kommt ursprünglich aus dem Videospiel-Kontext.

Auf dem neunten Platz mit 5400 Suchanfragen: Das „Cornern”, also an einer Straßenecke Herumhängen und Trinken, das sich gerade in den Sommermonaten einer immer höheren Beliebtheit erfreut.

Auf dem zehnten Platz mit 4640 Suchanfragen: „Tchuligom”. Der Ausdruck geht auf eine orthographisch unterdurchschnittlich korrekte Ebay-Kleinanzeige zurück und ist, ähnlich wie „Schulligung”, eine Verballhornung beziehungsweise falsche Schreibweise von „Entschuldigung”. Der Ausdruck hat dadurch etwas vong 1 „i bims”, dem Jugendwort 2017.

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