1969: Odyssee in den Weltraum

Jeder, der es im Juli 1969 miterlebt hat, weiß, wo er das weltbewegende Ereignis gesehen hat, als die amerikanischen Apollo-11-Astronauten Neil Armstrong und Buzz Aldrin als erste Erdbewohner den Mond betraten. „LaLaLand“-Regisseur Damien Chazelle hat sich jetzt in einem grandiose 140 Minuten langen Epos mit der Lebensgeschichte Armstrongs von der Zeit als Experimentalpilot bis zur glücklichen Rückkehr von der Mission zum Erdtrabanten befasst. Das Ganze nicht etwa als Heldenverklärung, sondern differenziert, realistisch und sich der Person sowie seiner Frau Janet annähernd.

„Aufbruch zum Mond“ setzt vorrangig auf den Eindruck der Authentizität, auch in der häufig eingesetzten Handkamera. Ein packendes Sounddesign, Schwenks über die technische Ausstattung der Raumfahrzeuge und brillante Space-Bilder steigern dies überzeugend. Chazelles Film knüpft fast nahtlos an das andere große US-Air-and-Space-Epos „Der Stoff, aus dem die Helden sind“ von 1983 an, das die historische Entwicklung bis zum Beginn des Astronauten-Zeitalters schilderte. Und eine Verbeugung vor Stanley Kubricks SF-Meilenstein „2001: Odyssee im Weltraum“ aus dem Apollo-11-Jahr 1969 mit Walzermusik beim Manöver im All gehört natürlich auch dazu.

Zentraler Teil der Story ist aber weniger der Mondflug als vielmehr die spannende Beziehung zwischen Neil und Janet (hinreißend: Ryan Gosling und Claire Foy): der tragische Verlust der Tochter, die Fixierung auf ein Ziel jenseits der Erde als Flucht, die emotionale Zerrissenheit und Abschottung gegenüber der Familie, die Verzweiflung und Angst der Ehefrau.
Nächstes Jahr jährt sich das außergewöhnliche Ereignis des ersten Mondflugs zum 50. Mal. „Aufbruch zum Mond“ ist eine exzellente Einstimmung darauf.
Kino-Center, ab 12

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