Ein Agent zwischen allen Fronten

James Silva ist Kopf einer Spezialeinheit des CIA, die sich um heikle und meist fast kriegerische Geheimeinsätze kümmert. Eine gehörige Menge atomwaffenfähiges Cäsium ist verschwunden und eine Spur führt zu einem Polizisten in einem südostasiatischen Land. Der ist bereit, den Amerikanern seine Informationen über den Aufbewahrungsort des gefährlichen Stoffs preiszugeben, verlangt aber im Gegenzug in die USA ausgeflogen zu werden. Der Deal steht, doch diversen Gegnern mit eigenen Plänen passt das gar nicht.

Den psychisch labilen Silva spielt Mark Wahlberg, der damit nach dem Attentatsthriller „Boston“ erneut unter der Regie von Peter Berg agiert. Wahlberg gibt seiner eher unsympathischen Figur überzeugende charakterliche Eigenheiten als schwieriger und zur Aggression neigender Typ mit fast autistischen Zügen. Und auch sein Team besteht aus Männern und Frauen, die in ihrem Sozialverhalten gegenüber Familie und Freunden geschädigt sind.

„Mile 22“ ist ein harter Agententhriller, dessen aktuelle Bezüge alte Feindschaften des Kalten Kriegs wiederbeleben. Berg hat die (minimalistische) Story spannend und schnörkellos mit überbordenden Actionszenen inszeniert. Zimperlich geht es da nicht zu und die Zahl der Filmleichen erreicht eine ziemliche Höhe. Anders als bei Ethan Hawkes Mission Impossible Force wird ein realistischerer, aber eben auch wesentlich blutigerer Grundton angeschlagen.
Überraschungen bietet Bergs Thriller insofern eher wenige – schaut man nicht gerade auf das Ende. Das wiederum vermag tatsächlich zu überraschen. Einem weitgehend typischen amerikanischen Genrewerk wie „Mile 22“ hätte man so etwas eigentlich kaum zugetraut. Kino-Center, ab 16

 

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