Fulminantes Wiedersehen

Schon vornweg gesagt: „Grindelwalds Verbrechen“, wie das „Tierwesen“-Sequel betitelt ist, hat viel mehr von den Harry-Potter-Kino-Epen als sein Vorgänger. Da sind Figuren wiederzuentdecken, die aber natürlich jünger sind als bei den Harry-Storys – immerhin spielen die Vorgeschichten mit dem von Oscargewinner Eddie Redmayne verkörperten Buchautor Newt Scamander Ende der zwanziger Jahre. So tritt beispielsweise Jude Law als junger Albus Dumbledore an. Zu den Schauplätzen kommt die unvergessliche Zauberschule Hogwarts hinzu. Und dann sind da eine Fülle an Vernetzungen, die alle Potter-Fans genießen werden.
„Tierwesen 2“ schlägt vom fulminanten Auftakt an eine andere Tonart an als der erste Ableger. Humor findet kaum Eingang. Alles ist im von Joanne K. Rowling geschriebenen und direkt anknüpfenden Sequel dunkler, düsterer, erwachsener, orientiert sich bestens an den starken Potter-Filmen ab „Der Gefangene von Askaban“.

Handlungsmäßig geht es darum, dass sowohl die gute wie die böse Seite den Obscurus Credence aus Teil 1 für sich gewinnen wollen. Zu diesem Zweck scharen die jeweiligen Streiter Zauberstab schwingende Helfer um sich. Neue Figuren tauchen auf, wie Newts Bruder und dessen Verlobte Leta Lestrange (Zoë Kravitz). In den Mittelpunkt rückt Johnny Depp als der einen Krieg gegen die nichtmagischen Menschen planende grausame Obermagier Gellert Grindelwald: mit populistischen Botschaften ködernd und ein würdiger Vorgänger zu Ralph Fiennes‘ großartigem Lord Voldemort. Der Film sieht in Ausstattung, Tricks und Darstellerleistung exzellent aus und ist von David Yates fesselnd inszeniert – inklusive Potter-typischem Cliffhanger. So heißt es jetzt wieder warten auf mehr. Aufs 3-D-Bild kann man aber getrost verzichte

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