Neue Schocks nach vier Jahrzehnten

Der maskentragende Massenmörder ist älter geworden – genau 40 Jahre. Und auch seine Opfer sind im neuen „Halloween“-Schauerspektakel von Regisseur David Gordon Green großteils keine Teenager mehr. Nach einer ganzen Reihe von Sequels besinnt man sich jetzt auf die Anfänge. 1978 hatte John Carpenter mit „Halloween“ großen Erfolg und begründete gleich das ganze Genre der Teenie-Slasher-Movies mit. Nebenbei wurde Jamie Lee Curtis als Laurie zum Star. Und Green macht jetzt mit dem neuen Opus nahezu alles richtig.
Die 2018er-Version lässt handlungsmäßig nur Carpenters Original bestehen. In leichter Variation des Endes ist der Killer Michael Myers gefasst und in eine Gefängnis-Psychiatrie gebracht worden. Als nach 40 Jahren eine Verlegung ansteht, bricht der Psychopath wieder aus. Klar, dass das kurz vor dem 31. Oktober geschieht. Eine Blutspur zieht Myers auf seinem Weg nach Haddonfield hinter sich her. Und dort wartet Laurie, die einzige Überlebende von einst, die mittlerweile selbst Großmutter ist.
Weitgehend wirkt das neue „Halloween“ wie eine Hommage an den Klassiker. Curtis spielt erneut Laurie und auch die unheilvolle minimalistische Musik von Carpenter mit der eindringlichen Piano-Tonfolge wird eifrig genutzt. Zu entdecken sind ganze Einstellungen, in denen sich Green vor Carpenter verbeugt, selbst die Titelgestaltung entspricht der des Originals. Größere Unterschiede zeigen sich vorrangig in der gestiegenen Drastik der Gewaltdarstellung.
Green baut die Spannung gut auf, setzt neben neuen Schocks auf Altbewährtes und liefert einen ordentlichen Grusler ab. Michael Myers scheinbar übernatürlich-unsterbliche Gestalt wahrt auch er. Aber so funktioniert Genre-Kino nunmal.
Auch in Englisch; Kino-Center, ab 16

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