Und Action!

Bei den Dreharbeiten der Gruppe „Paralight Worx“ sieht es mittlerweile aus wie bei professionellen Filmsets. Der Heidenheimer Adrian Martin ist Regisseur bei den Produktionen der Hobby-Filmer. Er erklärte, wie ein Film entsteht und was man dafür alles braucht.

Zusammen mit seinen Kollegen Ludwig Bachmann und Jonathan Williams leitet er „Paralight Worx“, denkt sich die Handlungen der Filme aus, kümmert sich um die Darsteller und veröffentlicht die Produktionen schließlich online. Die Gruppe hat schon viel zusammen gedreht. Neben verschiedenen Antikriegsfilmen, von denen der erste sogar im Kino-Center lief, waren auch ein Mafiafilm, Mittelaltergeschichten, Musikvideos und anderes dabei. Veröffentlicht werden die Filme im Internet, wo sie zumindest genug Geld einspielen um Requisiten und Kameras zu bezahlen. Das Publikum der Gruppe kommt zu großen Teilen aus dem englischsprachigen Ausland.

Aber wie entsteht so ein halb-professioneller Kurzfilm? „Es beginnt mit einer Grundidee. Wir unterhalten uns über ein Thema und merken, da könnte man etwas draus machen“, sagt Adrian.

Dann geht´s ans schreiben der Story

Wenn sich die drei Köpfe über eine neue Verfilmung einig sind, sprechen sie sich zu dritt ab und entwerfen einen Plot. „Was die Handlung angeht, da denken sich Ludwig und ich das Meiste aus“, erklärt Adrian. Das tatsächliche schreiben des Drehbuchs mit Dialogen und den richtigen Formulierungen übernehme dann zu einem Großteil Jonathan. „Er kann das einfach besser. Wenn es darum geht, das Skript fertig aufzuschreiben, macht das Jonathan“, gibt der junge Regisseur zu.

Dann beginnt die Hauptaufgabe für den 21-Jährigen. Er kümmert sich um alle Rahmenbedingungen für einen Dreh. „Ich schaue dann erstmal, was möglich ist“, beschreibt er seine Arbeit. Dazu gehört das anwerben von Schauspieler, checken welche Kostüme zur Verfügung stehen und welche Requisiten es schon im Repertoire der Gruppe gibt und das Festlegen eines geeigneten Termins.

Mittlerweile haben die Filmemacher einen großen Fundus an eigenem Material und Klamotten für die Schauspieler. „Wir können ja nichts leihen, weil es beim Dreh dreckig oder zerstört wird“, erklärt Martin. All die Uniformen, Schwerter, Waffen, Requisiten und Kostüme lagern bei Adrian Zuhause oder in einer Garage.

Die Schauspieler lernt man schon mal bei feiern in der Stadt kennen

Die Schauspieler für seine Filme spricht Adrian zum Teil einfach in Heidenheim an: „Man trifft manchmal Leute abends in Heidenheim, merkt, dass sie Lust haben und dann machen sie bei dem nächsten Film mit.“ Ansonsten lernen die jungen Männer Schauspieler über das Internet kennen. Manchmal seien auch echte Profis dabei. „Eine Gage können wir aber niemandem zahlen“, sagt Adrian. Für die Schauspieler sei das Produkt der Lohn. Bei Bewerbungen machen die fertigen Filme einen guten Eindruck. Adrian und seine Partner versuchen die Akteure der Filme aber wenigstens während der Drehwochenenden freizuhalten. Der 21-jährige KFZ-Mechatroniker spielt auch selber manchmal mit – Er muss dann für alle Stunts und Stürze herhalten.

Wenn ein Termin gefunden ist, an dem alle für die Aufnahmen nach Heidenheim kommen können, muss sich Adrian trotzdem noch um vieles kümmern: Am Set braucht es ein Catering, Maskenbildner, Helfer die mit anpacken und der dreh selbst muss genehmigt werden, wenn Waffen oder Uniformen aus dem Dritten Reich benutzt werden.

Während des Drehs ist Adrian dafür zuständig alles zu koordinieren und den Schauspielern Anweisungen zu geben. Ludwig Bachmann steht hinter der Kamera und sorgt dafür, dass das richtige Bild eingefangen wird. Jonathan Williams achtet darauf, dass alles nach Skript abläuft. Nach dem Dreh geht es um den Schnitt und die Bearbeitung. Das nötige Know-How dafür hat Ludwig Bachmann. Er sitzt dann Stunden über dem Material und schneidet die Szenen zurecht. Für kompliziertere Animationen wenden sich die drei an Profis. Außerdem haben sie einen Komponisten für die Filmmusik und versuchen die Soundeffekte selbst aufzunehmen. Alle Sounds, die sie nicht selbst generieren können, nehmen sie nach Absprache mit den Entwicklern aus Computerspielen. Wenn alles fertig ist, wartet die Gruppe nur noch auf die Veröffentlichung und das Feedback ihrer Fans.

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