Vom Gangster zum Pfleger

Einen passenderen Zeitpunkt hätte es für den Kinostart von „Kalte Füße“ kaum geben können. Schneechaos auf den Straßen, Schneechaos in der deutsch-österreichischen Komödie. Denn den Großteil des Films sitzen die drei Hauptdarsteller auf einem eingeschneiten Landsitz fest.

Die Ausgangslage der Geschichte ist schnell erzählt. Der Kleinkriminelle Denis (Emilio Sakraya) bricht mehr oder minder unfreiwillig in eine Villa ein, um mit der Beute seine Schulden bei einem Gangsterboss begleichen zu können. Doch der Hausbesitzer Raimund Groenert (Heiner Lauterbach), der wegen eines Schlaganfalls ins Krankenhaus musste, kommt früher zurück als erwartet. Dann taucht auch noch die etwas naive Enkelin Charlotte (Sonja Gerhardt) auf, die Denis prompt für den Krankenpfleger hält. Dem bleibt nichts anderes übrig als diese Rolle zu spielen. Denn zum Fliehen ist es bereits zu spät: Über Nacht wurden die Drei eingeschneit.

Raimund, der Denis durchschaut hat, ist zwar an den Rollstuhl gefesselt und kann nicht sprechen, das hindert ihn aber nicht daran, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um dem ungebetenen Gast das Handwerk zu legen. Und diese Rolle spielt Heiner Lauterbach ausgezeichnet. Ganz ohne Worte verleiht er seinen Gefühlen Ausdruck. Dafür reichen ihm seine gequälte Mimik und Grunzgeräusche, die teilweise amüsierender sind als so mancher Witz.

Denn Szenen, in denen Denis aus dem Fenster pinkelt und sein Gemächt an der Fensterbank festfriert – der Zuschauer das auch noch in Großaufnahme sehen darf – wirken pubertär und laden anstatt zum Lachen zum Kopfschütteln ein. Das Augenmerk scheint bei „Kalte Füße“ auf das junge Publikum gelegt worden zu sein. Doch auch wenn es hier und da etwas kindisch wird: Alles in allem ist der Film eine schräge und unterhaltsame Komödie.

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