Ist e-Sport Sport?

Im Rahmen eines Sponsorenabends beschäftigte sich der SV Mergelstetten mit E-Sports. Darunter versteht man digitale Spiele im Sportbereich. Prof. Dr. Ansgar Thiel von der Universität Tübingen, der sich im Institut für Sportwissenschaft mit E-Sports beschäftigt, informierte über Entwicklungen.

Die Entstehung gehe auf die 1980er Jahre zurück, damals wurde auf der Atari-Spielkonsole auf Turnieren mit 10.000 Teilnehmern gespielt. Heute konsumierten allein in Deutschland knapp elf Millionen Menschen regelmäßig E-Sport-Events über Online-Streaming-Plattformen. 2015 seien bereits 22 professionelle E-Sport-Clubs vertreten gewesen. Dabei übernehmen laut Thiel insbesondere die Bundesligavereine eine wichtige Rolle. Sie seien schon länger im Bereich E-Sports aktiv.

Der E-Sport sei nur teilweise mit den Grundsätzen des organisierten Sports in Deutschland vereinbar. Thiel verwies auf die Abhängigkeit von Unternehmen. Ebenso finde eine Auseinandersetzung im virtuellen Raum und nicht durch direkten Sozialkontakt statt. Darüber hinaus seien Ego-Shooter-Spiele bezüglich Gewaltdarstellungen nicht mit dem Selbstverständnis des organisierten Sports kompatibel.

Sollte sich der organisierte Sport dem E-Sport also verweigern? „Sicher nicht“, so Thiel. Man müsse aber, angesichts technologischer und gesellschaftlicher Entwicklungen, den E-Sport genau beobachten.

SVM-Vorsitzender Thomas Bassmann wies darauf hin, dass der SV Mergelstetten die Entwicklung im E-Sports weiter interessiert beobachten und bei einer Bedarf geeignete Schritte einleiten werde.

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