Kontaktlinsen oder Brille? Eine Glaubensfrage

Schlecht Sehen, ob in die Weite oder in die Nähe, das wünscht sich niemand. Obwohl man mit Brillen auch cool oder klug aussehen kann, ist es doch ein Unterschied, ob man die Brille auch wieder absetzen kann oder ob man sie tragen muss, weil man sonst ungewohnt unsicher durch den Alltag und das Leben irrt. Oft ist es jedenfalls so, dass Brillenträger lieber keine Brille hätten. Ich selbst komme zum Beispiel auch nach einer Eingewöhnungsphase nicht mit dem Fremdkörper auf dem Nasenrücken klar.

Obwohl auch ich schon öfters Komplimente für meine Brille bekommen habe, habe ich mich immer noch nicht daran gewöhnen können – Ästhetik hin oder her. Für mich ging es von Anfang an darum, dass ich mich stark eingeschränkt gefühlt habe – obwohl wir hier doch von einem Hilfsmittel reden! Schnell wuchs in mir deshalb der Wunsch nach Kontaktlinsen. Ich muss ungefähr vierzehn, fünfzehn gewesen sein, als wir dann die ersten Versuche Richtung Linsen gestartet haben.

Anfangs setzte ich auf die gesündeste Methode: Harte Linsen, welche sich dem Auge nicht wirklich anpassen, doch weitaus unbedenklicher sind als weiche. Trotz stieg ich auf weiche Linsen um, da sie sich im Auge besser anfühlen. Diese gibt es dann entweder als Tageslinsen oder Monatslinsen. Um sie sauber zu halten, kommen sie bei Nicht-Gebrauch in eine Lösung. Anfangs ist das größte Problem das Einsetzen und Herausnehmen. Während die Linsen im Auge sitzen, vergisst man sie fast, weil man sich wirklich sehr schnell an das Gefühl gewöhnt.

Da gibt es selbstverständlich auch negative Seiten: Wenn man kurz einen Mittagsschlaf machen möchte, muss man die Linsen aus dem Auge nehmen. Falls man dann doch mal aus Versehen damit einschläft, ist der erste Augenaufschlag alles andere als angenehm. Wenn man die Linsen zu lange im Auge lässt, tut die Trockenheit beim Blinzeln weh, sogar noch eine Weile, nachdem man die Kontaktlinsen schon entfernt hat. Wenn man sich einmal ungeschickt ins Auge fasst, komisch blinzelt oder einige Tränen vergießt, ist die Wahrscheinlichkeit die Linse zu verlieren, und sie im schlimmsten Fall nicht mehr wiederzufinden, relativ groß. Ein weiterer Punkt sind die Kosten: Eine Brille ist nicht billig, sich immer wieder neue Linsen, Aufbewahrungsdöschen und Reinigungsmittel kaufen zu müssen aber auch nicht. Selbstverständlich kommt es auf das Produkt an, wer jedoch bei seiner Gesundheit sparen will, sollte sich das nochmals überlegen.

Nichtsdestotrotz überwiegen für mich die positiven Eigenschaften der Linsen: Im Laufe des Tages vergisst man fast, dass man eine Sehschwäche hat, auch wenn man dann abends zum Augenschonen auf die Brille umsteigen sollte. Die Kontaktlinsen am besten einmal ausprobieren oder, wenn nicht für jeden Tag, dann für besondere Anlässe in Erwägung ziehen. Beim Sport stört eine Brille nämlich in vielen Fällen einfach.

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