Billity: Wovon ein junger Rapper träumt

In nur einem Monat hat Billity, alias Tim Rothauzky aus Bergenweiler, sein erstes Album „Träum weiter!“ selbst produziert. Dabei musste er aber keineswegs an Qualität sparen, sondern es zeigt nur einmal mehr, wie sehr er hinter dem Albumtitel „Träum weiter“ steht. Denn er hat große Träume. „Traumhaus, Traumauto, Traumfrau, Traumleben!“ So heißt eine Zeile in einem seiner Songs. Doch das sind noch nicht die Träume, denen er aktuell nachgeht. „Ich mach’ so lange weiter, bis die Bühne groß ist“, singt er in einem anderen Song. Und das sei auch sein Traum. Denn das Gefühl, live zu performen, sei ein ganz besonderes. Da gebe es nur wenig besseres, sagt Billity.

Der Name Billity stammt vom englischen Wort „ability“ ab, was auf Deutsch Fähigkeit bedeutet. Für den 20-Jährigen steht der Name für all das, was er sich rund um das Rappen beigebracht hat. Auf der Suche nach einem Namen hat er einfach das Wörterbuch aufgeschlagen und landete bei „ability“.

 

 

Die Idee für das Album kam Billity bei der Arbeit. In der Pause erzählte er einem Kollegen von seinen Träumen und der Musik. Plötzlich mischte sich ein weiterer Kollege in das Gespräch ein und sagte zu ihm: „Träum weiter“. Der Kollege erläuterte ihm, wie er all seine Träume in seinem Leben aufgegeben habe und dass es Tim genauso ergehen werde. „Bei der Arbeit am Band hat man viel Zeit zum Nachdenken“, erzählt Billity. Während seine Hände vor sich hin arbeiteten, schlugen seine Gedanken Saltos und die Idee, aus dieser ironischen Floskel etwas Größeres zu machen, war entstanden.

Mit seinem Album spricht Billity sich selbst und alle anderen an. Er möchte damit zum Weiterträumen anregen und dabei nicht dieser ironisch gemeinten Floskel „träum weiter“ entsprechen. Er möchte bei seinen Hörern etwas bewegen und sie dazu ermuntern, ihre Träume nicht fallen zu lassen, erzählt er. Viel zu viele Menschen die er kenne, hätten ihre Träume fallen gelassen und das komme für ihn nicht in Frage. Er träume weiter. Alles was er in den Songs rappt, sei eine Hommage an ihn oder Menschen, die er kenne.

Sein Tonstudio, in dem er seine Songs produziert, ist in seinem alten Kinderzimmer untergebracht. Das Equipment hat er von seinem Vater weitergegeben bekommen. Dieser hatte früher im Keller des Hauses das Tonstudio für seine Rockband „Flexible“. Schon als kleiner Junge saß Tim immer im Keller und hat den Großen beim Musizieren zugeschaut. Seit er sechs ist spielt er selbst Schlagzeug. „Die Drums in meinen Songs sind für mich also kein Thema“, meint Billity. Nur mit der Melodie brauche er manchmal Hilfe, gibt er zu. Doch dank vieler musikalisch versierter Freunde habe auch das bis jetzt immer super funktioniert.

 

 

Das Produzieren der Songs sei an sich relativ einfach, sagt Billity. Er hat verschiedene Rohstoffe und wie Bausteine baut er sie dann zusammen. Also Drums, Melodie, Gesang und alles Weitere vereint er zu einem Ganzen. „Dass die einzelnen Bauteile dann am Ende zu einer Villa werden, ist die Kunst“, umschreibt er metaphorisch.

Musikalisch mag der Rapper an Cro erinnern, denn seine Musik entspricht nicht dem klassischen Gangsterrap. Die Musik ist sehr persönlich, gefühlvoll und melodisch. Er selbst würde sich aber nicht mit Cro vergleichen. Seine Idole sind die Rapper Joey Badass, Caskey, 2Pac und Mac Miller.

Sein Ziel, ein erfolgreicher Musiker und Rapper zu werden, empfindet er selbst als utopisch. Doch für ihn sei das Daran-Festhalten die wahre Herausforderung, erklärt er. Es gebe schließlich immer wieder Momente, die einen zurückwerfen. Doch wenn Billity dann einen neuen Song in Nullkommanichts aus dem Ärmel schüttelt, pusht ihn das wieder.

Vom Tonstudio im Keller zum Tonstudio unterm Dach, aus der Bergenweiler Hood zu den Bühnen Heidenheims und über deren Grenzen hinaus – das ist sein Traum. Bis jetzt hatte der junge Mann aus Bergenweiler schon Auftritte in Heidenheim, Ulm und Stuttgart sowie eine eigene Partyreihe namens „Timmys Turnup“. In der Zukunft würde er am liebsten auf Festivals wie Frauenfeld, Hype oder Splash auftreten. Woher diese tiefe Überzeugung in ihm kommt, wisse er selbst nicht, sagt Billity achselzuckend. Doch durch harte Arbeit wolle er seinem Ziel näherkommen. Er wolle mit Biss durch Wände gehen, um diese Träume zu erreichen, sagt er.

 

 

Seit August ist seine Freundin in Australien und Anfang Dezember verabschiedet auch er sich für ein halbes Jahr nach Down Under. Um das Album und die Reise finanzieren zu können, schichtet er am Band. In Australien will er dann Gitarre lernen und für die Songs des Albums „Träum weiter!“ Videos drehen. Man kann also gespannt sein, was der junge Rapper nach seiner Heimkehr nächstes Jahr in petto hat. Doch darüber will er nicht allzu viel verraten. Songs für ein weiteres Album sind jedoch schon in der Mache und er will auf jeden Fall die ein oder andere Bühne erobern.

Ab Mitte Dezember ist Billitys Debütalbum „Träum weiter!“ auf allen gängigen Musikplattformen erhältlich.

 

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