„L_benslauf“

Den roten Faden des Albums hat der Musiker erst spät bemerkt. Drei Skits, die er an den Anfang, in die Mitte und an das Ende gesetzt hat, beschreiben den Kern vielleicht am markantesten: Ankommen, das Wo und das Wie. Lyrisch erzählt er, ohne pathetisch zu werden, von surrealen und doch lebensnahen Bildwelten.

Durch „L_benslauf“ hinweg reflektiert Fabian Römer metaphorisch, was ihn zu dem Menschen und dem Mann macht, der er heute ist und auch, wie er mal war. Er rappt von der dauerhaft quatschenden Menschheit und singt von dem Zustand zwischen „nie wieder und für immer“. Jeder sei ein fleischgewordener Remix aus Eindrücken und Erlebnissen, sagt er und packt vieles davon in seine Texte. In Braunschweig, seiner Heimat, wurde Fabian Römer noch vor Einsetzen des Stimmbruchs als „F.R.“ bekannt.

Kritisch benennt er den menschenfeindlichen Arbeitsethos und erzählt von der Macht der Sprache, der Unfähigkeit, Emotionen richtig auszudrücken. Die Höhen und Tiefen im Leben sind nicht etwa ein ausgedachtes Konstrukt, sondern real – für alle. Stichwort: Identifikation. Hier die Sehnsucht nach Leerlauf und Langeweile, dort die laut wummernde Selbstgeißelung. Das Suchen nach Entschleunigung und das Finden vom elendigen Perfektionismus direkt nebeneinander. Er sagt: „Wenn alle nach Zufriedenheit streben, ist Erfolg vielleicht das Wissen darum, wie man dorthin kommt.“ Gar nicht mal so leicht dieses Leben.

Hier könnt ihr sein Album streamen.

Und hier seht ihr das Video zum Song „Keine Antwort“.

Text: Dennis Schnell

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