Endlich zurück auf die Bühne

Der Probenraum unten im Keller misst wohl um die zwölf Quadratmeter. Wenn die vier Musiker dort für die Probe zusammenkommen, ist er voll. Nicht viel Raum also – aber umso mehr Spielraum: „Wir haben uns bei den Songs nicht auf ein bestimmtes Thema festgelegt“, erklärt Sänger Axel Kuch. Allerdings drehe sich viel um Alkohol. Und um Politik. Passt das zusammen? „Das eine kann man ohne das andere ja nicht ertragen“, scherzen die Männer.

Die Männer, das sind Daniel von Fürich, Rainer Wiedenmann, Bene Löw und Axel Kuch. Erst seit einem Jahr machen sie in dieser Zusammensetzung gemeinsam deutsche Rockmusik, Gitarrist Bene war vorher noch nicht mit dabei. Gefunden haben sie ihn schließlich übers Internet, genauer über Facebook. Zusammen sind sie jetzt die Band „Umtausch ausgeschlossen“. Einmal pro Woche, das versuchen sie zumindest zeitlich einzurichten, proben sie seither. „Bis ich was Besseres gefunden habe, passt mir diese Band hier“, scherzt Bene. Die Stimmung ist gut auf den zwölf Quadratmetern.

Am Samstag wird der Schlicker gerockt

Die Band gibt es schon seit 2010. So ganz ungefähr. „Eigentlich hat es schon in der Hauptschule mit uns beiden angefangen“, sagt Daniel zu Rainer. Daraus entstanden sei erst mal eine andere Band, ehe „Umtausch ausgeschlossen“ gegründet worden ist.

Spannender Name, aber was soll der eigentlich bedeuten? „Ich glaube, uns ist nichts Besseres eingefallen?“, fragt Sänger Axel in die Runde. Mit der Vergangenheit haben sie es nicht so, die vielen Flyer auf der Pinnwand im Probenraum erinnern zumindest noch an bisherige Auftritte. Die sind aber lange her – und eigentlich ist die Zukunft auch viel wichtiger. Nach fünf Jahren Pause tritt die Band in neuer Besetzung jetzt wieder auf: Gemeinsam mit der Band „Lärmsucht“ spielen sie am Samstag, 23. März, ein Konzert im Schlicker in Heuchlingen, Eintritt frei.

Ums Geld geht es den Bandmitgliedern nicht, alle haben einen festen Job. Aber die Musik macht ihnen einfach Laune.

Alle geben ihren senF dazu

Daniel und Bene spielen ihr Instrument schon seit Kindheitstagen, Rainer hat das Bassspielen damals für die Band gelernt. Sänger Axel hat als Kind auch mal Gitarre gelernt, hatte irgendwann keine Lust mehr dazu, und fing erst wieder an, als die damalige Band per Zeitungsannonce nach einem neuen Gitarristen gesucht hat. „Und zack, war ich auch noch Sänger“, erzählt er lachend. Für die Songtexte verantwortlich ist er ebenfalls, die anderen geben nicht mehr als „ihren Senf dazu“. An den Melodien und Noten für die Instrumente arbeitet die Band allerdings gemeinsam.

„Wir covern nicht, sondern spielen nur unsere eigene Musik“, betont Daniel. Darin liegt in seinen Augen ein besonderer Reiz.  Coversongs kamen nur ganz am Anfang in Frage, zum Beispiel beim allerersten Auftritt am eigenen Geburtstag. Von manchen früheren Gigs gibt es sogar noch Aufnahmen. „Aber die hören wir uns lieber nicht mehr an“, entscheidet der Schlagzeuger, der sich für die damalige Qualität doch ein wenig schämt. Für den kommenden Gig steht das grobe Konzept bereits. An der Wand im Probenraum hängt die Liste der Lieder. 16 Stück werden es ungefähr werden, darunter Titel wie „Freundschaft“, „Soziale Demenz“ oder „Diese Nacht“. Sänger Axel verleiht den Texten mit seiner rauchigen Stimme die nötige Ausdruckskraft.

Ob 5 oder 500 Leute ist der Band egal

Für einen gelungenen Auftritt fehlt also nur noch das Publikum. Aber die Band ist in dieser Hinsicht total gelassen. „Ob wir vor fünf oder 5000 Leuten spielen, ist mir egal“, sagt Daniel. Was lustig klingt, ist gar nicht so absurd: Vor etlichen Jahren haben die Musiker tatsächlich mal vor fünf Leuten gespielt, und zwar bei einem Nikolausrock im Giengener Haus der Jugend.

Trotzdem sei es ein cooler Auftritt gewesen. „Das haben wir knallhart durchgezogen“, erinnern sich die vier stolz. Der größte Auftritt indes war vor 400 Leuten in Söhnstetten, als Vorband von den „Toten Ärzten“. Ob groß oder klein: Die Band hat sich in jedem Fall vorgenommen, nach ihrer Feuerprobe im Schlicker wieder regelmäßig aufzutreten. Die Bedingungen zumindest passen jetzt wieder.

Wer wissen will, wie die Band früher klang, kann mal hier reinhören – und dann am 23. März im Schlicker die Neuauflage erleben.

 

 

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