Talentschmiede: In nur zwei Tagen zur Bühnenreife

Musical meets Pop war das Motto der diesjährigen Talentschmiede in der Giengener Schranne. „Dieses Jahr sind es zehn Mädels, von denen drei schon im vergangenen Jahr mit dabei waren“, sagt Stefan Tolnai, der gemeinsam mit seinem Team den Workshop seit 2014 auf die Beine stellt. 2018 war es wichtig, als Chor oder im Ensemble zu singen, dieses Jahr standen dafür die Soloauftritte im Mittelpunkt. Innerhalb der Gruppe ist der gegenseitige Rückhalt sehr wichtig.

Während der Pizza-Pause vor der Abschlussprobe erzählt Stefan, wie der Workshop abläuft: In diesem Jahr ist es dem Verein „Musical Sehnsucht“ wichtig, den Teilnehmern der letzten Jahre und vielen weiteren Jugendlichen aus der Region Talentschmiede-Workshops zu ermöglichen, um das Gelernte nachhaltig zu machen und Neues zu lernen. Das Team wird dabei von professionellen Darstellern und Tänzern unterstützt, die gerne jungen Menschen etwas beibringen möchten. Am Schluss des jeweiligen Workshops gibt es dann eine Abschlusspräsentation.

„Jeder kann einen Ton erzeugen und jeder kann auch singen“, sagt Iris Trevisan. Die Gesangslehrerin aus Giengen betreut die jungen Menschen, die zwischen 13 und 20 Jahre alt sind, im Bereich der Pop-Songs. Ergänzt wird das Team durch Anja Wendzel, die als Musical-Darstellerin bereits im Musical „Tanz der Vampire“ mitwirkte: „Vor allem ist uns Dreien wichtig, dass die Jugendlichen lernen, die Musik nochmal neu zu verstehen und zu erleben. Sie ist mehr als Melodie und Text.“

Und so stehen neben den Pop-Nummern von Ed Sheeran, Adele und Sam Smith auch Musical Nummern aus Arielle und aus der Päpstin auf dem Übungsprogramm.

Emilia ist 15 Jahre alt. Im Gespräch wirkt sie zunächst recht schüchtern. Sie überlegt sich ihre Antworten gut. „Ob ich irgendwann mal Musical-Darstellerin werden will? Vielleicht schon, man kann nie wissen, was kommt.“

Ganz anders ist die 20-jährige Emily: „Ich kam über meine Gesangslehrerin zur Talentschmiede. Eigentlich habe ich bisher immer klassischen Gesang gehabt. Heute singe ich lieber in der Pop-Richtung.“ Besonders gut gefalle ihr, dass die Gruppe sehr harmonisch und sehr tolerant sei, hier könne man sich alles trauen. „Nächstes Jahr bin ich bestimmt wieder dabei.“

Unter dem Leitspruch „Gemeinsam sind wir stark und können was bewegen“ öffnen sich die jungen Sänger im Laufe des Wochenendes. Das Ergebnis kann sich bei der Präsentation am Sonntagnachmittag auch wirklich hören lassen. Hier überwinden sich dann alle und bringen eine großartige Leistung auf die Bühne. Begleitet werden sie dabei entweder vom Piano (Christian Vaida), oder aus der Konserve. Es gibt aber auch A-cappella-Auftritte.

Der Zeitraum während der zwei Probetage war sehr eng, trotzdem war die Stimmung in der Talentschmiede entspannt. „Das schaffen wir“, meint Stefan. Am Samstag wurden die Songs durchgearbeitet, „am Sonntag geht es dann nur noch um den Feinschliff und den Klang.“ Und wie das Ganze dann letzten Endes klingt, hörte man bei der Abschlusspräsentation. Dank des offenen und toleranten Klimas war keine Anspannung spürbar, dafür wurden die Songs mit viel Herzblut performt.

Der gemeinnützige Verein „Musical Sehnsucht“ unterstützt mit diesem Projekt die Nachwuchsförderung und die Jugendarbeit im Kreis Heidenheim und der Region Baden-Württemberg.

Der Verein bittet für den kommenden Talentschmiede-Workshop 2020 noch um Spenden. Diese können über www.unsere-hilfe-zaehlt.de getätigt werden.

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