Spiral of Silence

Gerstetten ist zwar nicht das Südtirol Deutschlands, eine interessante Verbindung gibt es neuerdings trotzdem: Die Band Alight aus dem Norden Italiens ist beim Gerstetter Label El Puerto Records unter Vertrag und hat kürzlich ihr zweites Album „Spiral of Silence“ rausgebracht.

Die Macher von El Puerto (unter ihnen Brainstorm-Gitarrist Torsten Ihlenfeld) haben dabei mal wieder ihr Gespür für starke Frauenstimmen bewiesen. Nach der Souldrinker-Sängerin Iris Boanta mit ihrer rauen Röhre erweist sich auch Alight-Fronterin Catia Borgogno als Volltreffer.

Kraftvolle Stimme

Zwar kann man die Band grob in die Goth-Metal-Ecke einsortieren, allzu elfenhaftes Geträller lässt die junge Sängerin aber nicht hören. Im Gegenteil: in Songs wie „The Portal“ besticht sie mit kraftvoller Stimme, die sich auch gegen die fett produzierten Gitarren und das manchmal leichte Übermaß an Keyboard-Effekten durchsetzt. Auch bei der Power-Ballade „Psiche“, bei der Catia fast soulartig klingt, ist ihre Stimme absolut prägend.

Auf den genretypischen Wechselgesang verzichtet Alight zwar weitestgehend, bei „The Shame“ kommt dann aber doch ein Gast als männliches Gegenstück zum Einsatz, und zwar Andrea Ferro von den italienischen Kollegen von Lacuna Coil.

Gegen Ende wird’s flott

Mit den beiden relativ flotten Stücken „Look closer“ und „Abscence of Essence“ tritt das Quartett gegen Ende ihres Zweitlings nochmal etwas aufs Gas. Das macht erstens viel Spaß, und zweitens tut es dem Album auch gut, nachdem in der Albummitte zwei, drei Songs etwas gebremst klangen.

Etwas überraschend ist, dass in der offiziellen Besetzung von Alight kein Tastenmann zu finden ist, immerhin sind die elektronischen Sounds hier sehr prägend. Im Gegenzug hätte Gitarrist Roberto Sieff hier und da ruhig etwas mehr Raum bekommen dürfen. Dass er mit seinen Saiten umzugehen weiß, beweist er immerhin zum Beispiel im schön unaufgeregten Solo im Titelstück.

Insgesamt hat Alight mit „Spiral of Silence“ ein sehr solides Album mit einigen starken Songs eingespielt. Wer seinen Female-Fronted-Metal nicht zwingend mit Operngesang braucht, sollte hier ruhig mal reinhören.

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