Traumberuf Sängerin

Nora Tushi hat einen Traum – sie möchte Sängerin werden. Trotzdem weiß sie mit wie viel Risiko dieser Wunsch verbunden ist. Die 19-Jährige möchte deshalb erst einmal einen „sicheren Beruf“ erlernen, sich parallel aber immer mit Musik machen.

Kannst du einen konkreten Zeitpunkt nennen, an dem dir klar wurde, dass du Sängerin werden möchtest und auf der Bühne stehen deine Leidenschaft ist?

Ich habe schon als kleines Kind viel gesungen, zum Beispiel zu Shakira oder Rihanna. Ich war glaube ich schon immer ein musikalischer Typ. Meine Familie kommt ursprünglich aus dem Kosovo. Wenn wir dort sind, wird immer viel gesungen. Mit 6 Jahren bin ich mit meiner Familie von München nach Steinheim gezogen und wollte dann unbedingt Klavier lernen. Später bin ich dann aufs Schiller-Gymnasium gegangen und habe dort angefangen im Kammerchor zu singen. Ich habe mich allerdings nie so wirklich getraut alleine auf der Bühne zu stehen. Mit 13 habe ich dann mein erstes Video im Internet gepostet. Als mein Chorleiter später auf meine Videos aufmerksam wurde, wollte er, dass ich bei einem großen Konzert im Congress Centrum ein Solo singe. Als ich dann auf der Bühne stand und vor tausenden von Leuten singen durfte, konnte ich trotz meiner Aufregung den Auftritt total genießen. Dann habe ich gemerkt, dass Singen das ist, was ich will und die Bühne der Ort ist, wo ich hingehöre. Ich finde, dass man sich nicht verstecken sollte und das tun sollte, was man liebt.

Also war der Kammerchor sozusagen dein Sprungbrett für die große Bühne, oder?

Ja, das kann man so sagen. Ich singe auch immer noch immer Kammerchor. Im Moment bleibt aber leider wenig Zeit für die Chorproben, weil ich dieses Jahr nutze, um mit meinen Freundinnen Städtetrips zu unternehmen. Wenn ich Zeit habe, versuche ich aber immer in die Proben zu gehen. Wir sind wie eine Crew, haben Spaß zusammen und man lernt einfach auch unglaublich viel. Ich habe auch schon in einer Band gesungen, da hatten wir auch ab und zu Auftritte in Bars und zum Beispiel bei der Musiknacht. Neben dem Kammerchor habe ich seit eineinhalb Jahren auch Gesangsunterricht und versuche da meine Technik noch weiter zu verbessern.

Du hast auf Instagram über 2500 Abonnenten und auch auf YouTube kann man Songs von dir hören. Möchtest du in Zukunft auch eigene Songs schreiben und damit später vielleicht deinen Lebensunterhalt verdienen?

Im Moment bin ich noch auf der Suche nach einer passenden Ausbildung oder einem Studium. Musik zu studieren kommt für mich allerdings nicht in Frage, weil ich schon während meiner Schulzeit gemerkt habe, dass das Theoretische nicht meins ist. Ich möchte erstmal eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren, vielleicht im Versicherungs- oder Finanzwesen, um Sicherheit zu haben. Falls sich in Zukunft eine Chance bietet, würde ich sehr wahrscheinlich den musikalischen Weg wählen.Was das Song schreiben angeht: Ich schreibe gerne Texte, aber ich weiß immer nicht so richtig, wie ich anfangen soll, also wie man konkret an das Songschreiben rangeht. Deshalb gibt es von mir im Moment noch keinen eigenen Song, aber vielleicht ergibt sich irgendwann die Möglichkeit, dass ich mit jemandem zusammenarbeiten kann. Wenn es dazu kommen würde, dann sollte der Song auch professionell in einem Studio aufgenommen und auch ein Musikvideo dazu produziert werden.

Castingshows sind ja auch immer ein beliebter Weg, um bekannter zu werden oder sogar richtig groß rauszukommen. Hast du dir schon einmal überlegt auch selbst bei einer teilzunehmen?

Ich schaue gerne „The Voice of Germany“ und könnte mir auch vorstellen mich dort zu bewerben. Ich glaube aber, dass da die Konkurrenz groß ist und es deshalb bestimmt nicht einfach ist. Ich denke ich würde es bereuen, wenn ich es nicht versuchen würde. Ich finde man sollte immer das machen, worauf man Lust hat und dabei immer sich selbst treu bleiben. Manchmal ist das schwer, weil man natürlich auch mal kritisiert wird und vielleicht sogar Hater hat. Ich versuche so etwas nicht zu sehr an mich ranzulassen. Solange meine Familie und meine besten Freunde hinter mir stehen, lasse ich mich von anderen nicht runterziehen.

Welcher Star inspiriert dich und mit wem würdest du gerne einmal auf der Bühne stehen?

Mit Dua Lipa würde ich total gerne einmal einen Song performen oder am liebsten sogar einen schreiben. Ihre Eltern kommen genau wie meine aus dem Kosovo. Mit ihr zusammenzuarbeiten wäre schon ein Traum von mir. Aber ein prominentes Idol oder Vorbild hatte ich nie. Ich suche mir meine Inspirationen von ganz unterschiedlichen Menschen. Wenn ich ein Vorbild nennen müsste, dann wäre das meine Mama. Als meine Familie aus dem Kosovo nach Deutschland kam, musste meine Mutter als Krankenschwester anfangen, obwohl sie schon Ärztin war. Sie musste sich in einem fremden Land hocharbeiten und hat dafür auch gekämpft. Ich würde sagen, dass meine Mama alles für die Menschen macht, die sie liebt. Ich hoffe, dass ich meinen Eltern mal zurückgeben kann, was sie alles für mich getan haben.

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