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Vlogs drehen, Fans treffen, Klicks sammeln – das Leben eines YouTubers scheint aufregend und anstrengend zugleich zu sein. Doch wie sieht es an den Feiertagen aus? Ist hier Plätzchen backen und Füße hochlegen angesagt, oder bleibt auch in der besinnlichen Zeit die Kamera immer an? Maximilian Haller hat bei der Heidenheimer YouTuberin Carina Spoon, den Prank-Experten Max und Chris sowie bei der „Hobbymaschine“ nachgefragt.

 

 

„Hallo meine lieben Freunde und herzlich willkommen auf meinem Kanal“, ruft Carina Spoon in die Kamera. Meine lieben Freunde – damit meint die 18-Jährige die mehr als 150?000 Abonnenten ihres YouTube-Kanals. Seit Carina – die im echten Leben mit Nachnamen Löffler heißt – vor zwei Jahren angefangen hat, Videos auf der Online-Plattform zu veröffentlichen, geht es für das Mädchen aus Burgberg rasant aufwärts.

Auch in der Weihnachtszeit ist Carina auf YouTube aktiv: Sie stellt verschiedene Adventskalender vor und verlost diese unter all ihren Zuschauern. „Ich wollte meinen Abonnenten etwas zurückgeben“, erklärt die 18-Jährige die Motivation, die hinter der Aktion steckt. YouTube macht Carina inzwischen hauptberuflich. Und auch als Musikerin versucht sie sich seit einer Weile. Ihr neuer Song, der den Titel „Danke“ trägt, ist gestern erschienen. „Es ist nicht direkt ein weihnachtsspezifisches Lied“, findet Carina. Dennoch passe die Message zu der Jahreszeit.

 

 

Seit November lebt Carina mit ihrem Freund Chris Schimitzek und dessen Bruder Max in Köln. Die Geschwister sind selbst bekannte YouTuber: Unter dem Namen „Schinken Brothers“ sind die beiden seit 2015 im Netz unterwegs – inzwischen heißt ihr Kanal schlicht und einfach „Max und Chris“. Über 316 000 Abonnenten schauen sich regelmäßig die abgedrehten Pranks und Challenges der Brüder an.

 

 

Selbst in der besinnlichen Weihnachtszeit machen die beiden nicht vor Streichen halt. „Da musste jeder schon dran glauben“, verrät Max. Selbst die eigene Oma wurde schon hereingelegt – natürlich vor laufender Kamera. Doch auch Weihnachtslieder erraten oder sich selbst als Christbaum zu verpacken gibt es auf dem Kanal von Max und Chris zu sehen.

Morgen geht es für das Trio wieder zurück in die Heimat, wie Carina erzählt. Viel Zeit für Ausspannen bleibe ihnen jedoch nicht: „Direkt nach den Feiertagen steht in Köln schon wieder ein Termin an“, so die YouTuberin. Für das kommende Jahr wünschen sich die drei, in der Domstadt richtig Fuß zu fassen und weiterhin Spaß an der Arbeit zu haben.

 

 

Voll eingespannt in der Weihnachtszeit ist auch das Duo „Hobbymaschine“: Auf dem Kanal von Leon (14) und Finn (15), zwei YouTubern aus dem Kreis, wird gesägt, gedrechselt und gewerkelt, dass sich die Balken biegen. Jede Woche zeigen die beiden Schüler ihren rund 4000 Abonnenten, was man mit ein bisschen Holz alles so basteln kann. „Last-minute Weihnachtsbäume drechseln“ heißt eines ihre jüngsten Videos. Ursprünglich hatte Finn einen dieser Bäume für seine Mutter gebaut. Einer ihrer Arbeitskollegen sei davon so begeistert gewesen, dass er bei dem „Hobbymaschinen“-Duo angefragt hat, ob sie 50 dieser „Last-minute Weihnachtsbäume“ für ihn bauen könnten. „Solche kleineren Aufträge nehmen wir gern an“, freut sich Finn.

 

 

Ob Kerzenständer, Vogelhäuschen oder Holzschalen – vor Weihnachten bekommen Leon und Finn immer viele Anfragen von Leuten, die noch auf der Suche nach einem handgemachten Geschenk sind. „In der Werkstatt ist immer viel Stress zu dieser Zeit“, erzählt Finn. Trotzdem bleibe das Ganze nur ein Hobby. „Mit unseren Preisen decken wir nur den Materialwert von Verschleißteilen, wie zum Beispiel Sandpapier“, erklärt Leon.

Das frohe Fest verbringen die beiden eher klassisch. Finn, der Gitarre spielt, wird einige Weihnachtsgottesdienste musikalisch unterstützen. Leon und seine Familie zieht es hingegen auf die Piste. Sie wollen die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr zum Skifahren in Österreich nutzen. Für das kommende Jahr muss es die „Hobbymaschine“ allerdings etwas ruhiger angehen lassen: Den beiden Neuntklässlern stehen wichtige Schulprüfungen bevor, aus diesem Grund wollen sie ab Januar auch nur noch alle zwei Wochen ein Video hochladen. „Die Qualität werden wir aber beibehalten“, verspricht Leon.

 

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