Die Mafia

Ein weitverbreitetes und diskutiertes Thema, für welches Journalisten weltweit bedroht und verfolgt werden, weswegen diese nur noch mit Personenschutz an unbekannten Orten, abgeschnitten von der Außenwelt und ohne ihre Familien leben, beziehungsweise überleben können. Ein Thema, welches von manchen noch lediglich als Mythos erklärt wird, um davon abzulenken, dass es sich hierbei um knallharte Realität handelt- die Mafia.

Der typische Mafia- Begriff beschreibt vor Allem Verbrechergruppen in Italien, wie die sizilianische Cosa Nostra, die kalabrische Ndrangheta oder die neapolitanische Camorra, welche durch Erpressung und Gewalt ihren Willen durchsetzen und an Macht gewinnen. Diese verschiedenen Gruppierungen haben jedoch Verbindungen in die ganze Welt und sind somit auch in anderen Ländern vorzufinden. Aber auch weitere Länder wie beispielsweise Russland und Albanien haben ihre eigenen Organisationen. Wie man bereits daran erkennen kann, handelt es sich hierbei um einen Themenbereich, der weit gefächert ist und tief in die Vergangenheit zurückzuverfolgen ist. Da all dies den Rahmen dieses Artikels sprengen würde, werden sich hier auf zwei verschiedene Stichpunkte beschränkt.

Einer davon ist „der Pate“. Hierbei handelt es sich um eine Filmreihe von drei Teilen, wobei jeweils Marlon Brando und Al Pacino die Hauptrollen spielen, und für ihre Leistungen, vor Allem im ersten Teil, für elf Oskars nominiert, und davon drei gewonnen haben. Grob zusammengefasst erzählt der Film von den fünf mächtigsten Mafiaorganisationen in New York und ihren kriminellen Machenschaften. Obwohl man sich beim Ansehen natürlich wünschen würde, dass es sich hierbei nur um Fiktion handelt, und keinem Menschen in Wirklichkeit widerfahren muss, ist trotzdem festzustellen, dass „der Pate“ wirklich sehenswert ist und zu einem meiner persönlichen Lieblingsfilme zählt, was vor Allem auch daran liegt, dass trotz aller Morde, Erpressungen und Geldwäschen, doch immer die italienische Großfamilie und der Zusammenhalt im Vordergrund steht.

Jedoch muss auch festgestellt werden, dass Schriftsteller und Regisseure solcher Filme, Bücher oder Serien, die dazu gedacht sind, den Menschen in diesem Themenbereich die Augen zu öffnen, in den kriminellen Kreisen nicht gerne gesehen werden. Dies liegt daran, dass noch immer oft abgestritten wird, dass es sich bei der Mafia um Realität handelt. Wer Geheimnisse ausplaudert, wer Namen verrät oder sich gegen diese Organisationen stellt, um für Gerechtigkeit zu kämpfen, hat die längste Zeit ein ruhiges Leben geführt.

Dies ist auch am folgenden Beispiel zu erkennen: Roberto Saviano (zweites Bild oben), italienischer Autor der den Roman „Gomorrha“ geschrieben hat, welcher als Grundlage für die gleichnamige Serie gedient hat, welche auch im deutschsprachigen existiert, und deshalb eventuell einigen von Begriff ist. Dabei handelt es sich um ein Werk, welches Roman und Reportage verbindet und detailliert kriminelle Machenschaften beschreibt, wobei es sich vor Allem um die neapolitanische Mafiaorganisation Camorra handelt. Um dies möglich zu machen, hat der Autor jahrelang Recherchen unternommen und sich unbeobachtet Informationen verschafft, die er später verwendet hat. Für sein Buch hat Saviano den angesehensten Buchpreis Italiens, den „Premio Viareggio“ erhalten. Obwohl er viel Ansehen erhalten hat, muss er nun dennoch mit den Konsequenzen dafür bezahlen.
Direkt nach Veröffentlichung von „Gomorrha“ erhielt er Morddrohungen, die sich immer weiter verschärft haben, umso mehr Informationen er preisgegeben hat. Seit 2006 lebt der Autor unter Personenschutz an verschiedenen Orten, die er jeweils nach zwei bis drei Tagen wieder verlassen und wechseln muss. Sein einziger Bezug zur Außenwelt besteht aus einem vorsichtigen Kontakt zu seiner Familie. Nichtsdestotrotz lässt er sich nicht unterkriegen und schreibt weiterhin für verschiedene italienische Zeitschriften wie den „Corriere della Sera“. Sein Engagement zur Bekämpfung der Kriminalität liegt höchstwahrscheinlich darin begründet, dass bereits sein Vater Opfer der Mafiaorganisation ärztlich versorgt hat, und sich somit Feinde verschafft hat.

Alles in Allem handelt es sich hierbei um ein Thema, welches zwar vorsichtig behandelt werden muss, jedoch auf keinen Fall ignoriert werden darf.

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