Das war der vierte Club und der fünfte folgt schon bald

Der Brenz Club macht zu. Ab heute Abend, oder wohl eher morgen früh, ist wieder mal Schicht im Schacht, der zu Heidenheims einzigem und unterirdischen Club führt. Etwas mehr als drei Jahre hat es der Club von Filipe Goncalves in Heidenheim ausgehalten, hat etliche DJ-Auftritte, mehrere Abipartys, Schlägereien und ein Beinahe-Kettensägenmassaker überstanden. Goncalves gab bis Noise-Redaktionsschluss keine Angaben zu den Gründen für das Aus, oder wie ihm die Zeit in Heidenheim gefallen hat. Er betreibt auch das B30 in Laupheim. Dies ist nun neben der Aalener „Lola“ zum Beispiel wieder eine der nächsten Anlaufstellen für Heidenheimer Feierwütige.

stock.adobe.com/karelnoppe

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Als der Brenz Club im Oktober 2015 in Heidenheim öffnete, standen viele Leute vor seinen Toren (siehe Bild). Gegen Ende wurden es laut regelmäßigen Besuchern immer weniger Gäste. Die Eventorganisatoren des Günzburger Unternehmens Urbanmotion veranstalteten mehrere Partys in dem Heidenheimer Club. „Für uns ändert sich aber nicht besonders viel. Jetzt haben wir halt eine Location weniger“, sagt Geschäftsführer Stephan Zeller zu der Schließung. Heidenheim schreibe er deshalb nicht ab. Es soll genauso viele Urbanmotion-Partys im Kreis geben wie bisher. „Die Veranstaltungen im Congress Centrum und im Lokschuppen gibt es weiterhin. Nur für das Ende der Abikneipentouren müssen wir eine neue Location suchen“, erklärt Zeller. Den Brenz Club mietete sein Unternehmen immer ganz einfach wie jeden anderen Veranstaltungsort.

Und das kann Zeller vielleicht auch bald schon wieder. Lange werden die Heidenheimer nämlich nicht auf eine neue Tanzfläche warten müssen. „Ich denke in Richtung Ostern könnte wieder eine Diskothek aufmachen“, sagt Michael Trumm, der Geschäftsführer von Trumm Immobilien, denen das Gebäude gehört. Dass es wieder eine Disko wird sei sicher: „Nur das macht Sinn. Die Räume sind dafür ausgelegt und haben die nötige Genehmigung.“ Nur der Betreiber und das genaue Datum stehen noch nicht fest. Man sei mit mehreren Interessenten in Verhandlungen. Die Entscheidung wolle Trumm gut überlegt treffen, denn: „Für eine Stadt in der Größe Heidenheims gibt es erstaunlich viel und organisierte Kriminalität. Wir wollen einen Betreiber, der davon so weit wie möglich losgelöst ist.“  Die Ereignisse der vergangenen Jahre seien auch ein Grund für den Wechsel. „Das ist nicht förderlich für ein kultiviertes Nachtleben. Für den Betreiber war das schwer. Außerdem war das Konzept zuletzt nicht mehr funktional“, begründet Trumm das Brenz Club aus.

Brenz Club Heidenheim

Die Disko-Brache, die ab morgen in Heidenheim kurzzeitig besteht, herrschte auch schon vor dem Brenz Club. Knapp ein Jahr standen die unterirdischen Räume in dem Gebäude in der Olgastraße leer. Davor beherbergten die Räumlichkeiten im Coop-Gebäude fünf Jahre lang das „Cream“ (öffnete im Dezember 2009), später das „Gold Cream“ sowie, nur sehr kurz, das „Maxim“.

Der Eine oder Andere sieht in einem (vorerst) Club-losen Heidenheim vielleicht schon die große Langeweile aufziehen. Das bleibt abzuwarten. Bei der Polizei jedenfalls rechnet man auch ohne den Brenz Club nicht mit ereignislosen Nächten, wie ein Pressesprecher mitteilt. Am Wochenende sei immer eine höhere Einsatzlage gegeben, daraus ließen sich noch keine Rückschlüsse auf eine bestimmte Lokalität ziehen. Vorerst erwarte man daher auch keine personelle Entlastung aufgrund der Schließung: „Die Arbeit wird uns nicht ausgehen.“

Außerdem: Nummer Fünf ist ja bereits in Planung.

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