Ausflugsziel: Chiemsee, Herren- und Fraueninsel

Wofür Deutschland wohl am meisten bekannt ist, abgesehen vom Oktoberfest und seiner Hauptstadt, sind definitiv seine Schlösser. Eins der beeindruckendsten ist das Schloss Herrenchiemsee, welches sich, wie schon der Name sagt, am Chiemsee befindet.

Dieser befindet sich in Bayern, nahe Rosenheim und hat eine Fläche von knapp 80 Quadratkilometern, womit er der drittgrößte See in Deutschland ist. Innerhalb des Sees befinden sich vier Inseln, von welchen sogar drei bewohnt sind. Auf der eher unbekannten Insel Schalch wohnt niemand. Die Krautinsel ist die kleinste bewohnte Insel, die ihren Namen davon hat, dass dort früher immer das Obst und Gemüse angebaut worden ist. Größer und bekannter sind die Herren- und die Fraueninsel. Erstere ist der bekannteste Anlaufpunkt, den Touristen sich am Chiemsee anschauen. Und den man definitiv auch gesehen haben sollte.

Von den Städten Gstadt und Prien ist die Herreninsel (sowie die Fraueninsel) das ganze Jahr mit dem Schiff zu erreichen. Sobald man eine Sehenswürdigkeit abgehakt hat, muss man nur auf das Schiff warten und kommt schnell und gemütlich an den nächsten Ort, solange man kein Problem damit hat, über das Wasser gefahren zu werden. Eine Fähre gibt es deshalb nicht, weil auf der Insel ein Autoverbot herrscht. Für Touristen ist die einzige Möglichkeit, den Spaziergang von der Anlegestelle zum Schloss zu umgehen, eine Pferdekutsche.

Das berühmte Schloss Herrenchiemsee wurde 1873 von König Ludwig dem Zweiten in Auftrag gegeben. Der Bauplan, sowie die letztendliche Ausführung zeigen Ludwigs Hingabe zu Frankreich. Herrenchiemsee ist eine Kopie von Versailles. Dadurch, dass Ludwig das Geld ausgegangen ist, fällt Herrenchiemsee deutlich kleiner aus als sein Vorbild. Die Parkanlage, die Aufteilung des Schlosses sowie die Einrichtung erinnern jedoch jeden Kenner sofort an Versailles. Wer daran zweifelt, wird spätestens im Spiegelsaal davon überzeugt. Als der König 1876 gestorben ist, war das Schloss noch nicht komplett vollendet, was auch ein Grund dafür gewesen sein kann, dass Ludwig tatsächlich weniger als eine Woche dort gewohnt hat. Was im Angesicht der dort vorherrschenden Schönheit wirklich schade für ihn, aber trotzdem interessant für Touristen ist.

Abgesehen von dem restlichen Prunk ist das bekannteste Zimmer bestimmt der Speisesaal des Königs. Dadurch, dass der Einzelgänger ungern in Gesellschaft war, hat er in zwei seiner Schlösser (Herrenchiemsee und Linderhof) einen in den Boden versenkbaren Tisch einbauen lassen. Dieser nennt sich „Tischlein deck‘ dich“ und ist inzwischen sogar in der Märchenwelt aufgegriffen worden. (Innerhalb des Schlosses durften leider keine Bilder gemacht werden, wenn ihr den Begriff aber im Internet eingebt, werdet ihr sicherlich etwas finden).

Wenn man zuerst die Herreninsel und danach die Fraueninsel besucht, ist diese eine kleine Enttäuschung. Hier wohnen ständig um die 300 Einwohner und die kleinen Häuschen und Gärten sind sicherlich sehenswert, jedoch das Gegenprogramm zum Prunk auf der Nachbarinsel. Der Höhepunkt ist das Kloster Frauenchiemsee (oder auch Frauenwörth genannt) wobei hauptsächlich die heilige Irmengard im Mittelpunkt steht. Allgemein ist die kleine Kirche schön anzusehen. Extra dafür an den Chiemsee zu fahren, würde ich jedoch keinem empfehlen.

Generell sind nicht nur die Inseln, das Schloss, das Kloster und die dazugehörigen Nebenhäuser eine Sehenswürdigkeit für sich, sondern auch der See. Der Chiemsee ist definitiv einen Ausflug wert, die Idylle, das Wasser umgeben von Bergen, die schönen Bars und Restaurants an der Promenade, all das bei schönem Wetter verleiht definitiv einen Hauch von Urlaubsgefühl.

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass ich einen wunderschönen Tag mit meinen Eltern an einem großartigen Ort verbracht habe. „Quality Time“ ist hierfür der perfekte Begriff. Allgemein ist es doch immer so, dass man in Schlössern meist das Gefühl hat, selbst für einen Augenblick lang in einer anderen Zeit zu sein. Ich persönlich fühle mich dann auch immer wie eine kleine Prinzessin, würde mir in dem Moment jemand ein Ballkleid und ein Krönchen zum Probieren geben, würde ich definitiv nicht nein sagen. Prinzessin Laura würde sich doch auch wirklich gut anhören, oder?

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