MTV-Studie: Junge Deutsche sind pro-EU

Im Vorfeld der Europa-Wahl veröffentlichen Viacom International Media Networks und MTV eine Studie zu jungen Menschen und Politik, die zeigt: dem Brexit-Chaos zum Trotz glauben junge Deutsche an Europa. Eine große Mehrheit von 72% will am 26. Mai wählen gehen, aber trotz der positiven Einstellung zu Europa, traut nur eine Minderheit von 38% dem Europa-Parlament zu, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Die jüngste Entscheidung zur Urheberrechtsreform und die zögerliche Umsetzung von Klimaschutz-Maßnahmen hat scheinbar Vertrauen gekostet. Nur 53% der jungen Deutschen stimmen zu, dass sie die Arbeit des Europa-Parlaments verstehen. Offensichtlich hat das Europa-Parlament noch einige Arbeit vor sich, um jungen Menschen gerade in Deutschland seine Arbeitsweise transparent zu vermitteln. Über 10.000 junge Menschen zwischen 18-34 Jahren aus zehn europäischen Ländern, inklusive Dänemark, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Italien, den Niederlanden, Polen, Spanien und England, wurden vom Viacom Global Consumer Insights-Forschungsteam im Laufe des Aprils befragt. Die Forscher befragten dabei unter anderem auch junge Menschen in Großbritannien zu ihrer Einstellung zum Brexit. Die wichtigsten Erkenntnisse: Junge Deutsche stehen der EU positiv gegenüber. Sie sehen sie als identitätsstiftend und wichtig für den Frieden in Europa.

  • Junge Menschen in Europa haben vielschichtige Identitäten. Auf die Frage nach ihrer Identität sehen junge Erwachsene in Europa sich in erster Linie als aus ihrem eigenen Land stammend (72%), aber auch als Europäer (35%).
  • Junge Menschen in Deutschland bezeichnen sich am häufigsten als Europäer (45%), während junge Menschen in Großbritannien (22%), den Niederlanden (28%) und Dänemark (30%) dies am seltensten tun.
  • Nur in Deutschland wird die EU in erster Linie als eine größere Werte- und Menschengemeinschaft (40%) gesehen, denn als Chance auf Beschäftigung und Bildung (in Polen am stärksten) oder als Wirtschafts- und Regulierungssystem (am meisten in Frankreich).
  • 60% der jungen Menschen in Europa stimmen darin überein, dass die EU für die Friedenssicherung und die guten Beziehungen zwischen allen Ländern Europas von entscheidender Bedeutung ist. Hier ist die Zustimmung in Deutschland am höchsten (66%)
  • 59% der jungen Menschen in Deutschland stimmen zu, dass die Zugehörigkeit zur EU positive Auswirkungen auf ihr Land hatte. Am Wenigsten Zustimmung gibt es in Frankreich (46%), Griechenland (46%) und die Niederlande (48%) zu.

Fast drei Viertel der jungen Deutschen wollen wählen, aber sie zweifeln daran, dass das Europäische Parlament die richtigen Entscheidungen trifft und wichtige Themen, wie den Umweltschutz, anpacken wird.

  • Eine große Mehrheit der jungen Menschen in Europa ist sich der bevorstehenden Wahlen bewusst – 81%; In Griechenland (89%) und Deutschland (86%) ist das Bewusstsein am Höchsten.
  • Zwei Drittel der befragten Jugendlichen gaben an, bei den anstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament im Mai (65%) wählen zu wollen. Die höchste Wahlmotivation herrscht in Italien (75%), Deutschland (72%) und Spanien (72%).
  • Durchschnittlich geben rund zwei Drittel der 18- bis 34-Jährigen an, die Arbeit des Europäischen Parlaments zu verstehen (66%). Viel größeres Verständnis gibt es in Griechenland (79%), Polen (77%), Spanien (74%) und Italien (73%), während in Deutschland etwas weniger Menschen angeben, die Prozesse zu durchschauen (53%)
  • Nur 40% stimmen zu, dass sie dem Europäischen Parlament zutrauen, die richtigen Entscheidungen zu treffen – Deutschland liegt mit 38% unter dem Durchschnitt und am geringsten ist das Vertrauen in Griechenland (23%) und Frankreich (33%).
  • Jugendliche glauben, dass die wichtigsten Themen, auf die sich das Europäische Parlament konzentrieren sollte, Umwelt (52%) und wirtschaftliche Situation (50%), gefolgt von Einwanderung (44%), Arbeitslosigkeit (42%), Gesundheit und Sicherheit (40%) und nationaler Sicherheit / Terrorismus (40%) sind.
  • In drei Ländern, einschließlich Deutschland, wird Umwelt als Priorität Nr. 1 eingestuft, wo 66% der 18- bis 34-Jährigen und 70% der jungen Frauen zustimmen, während in Spanien, Italien und Polen die wirtschaftliche Situation Nr. 1 Priorität ist.

Viele junge Menschen in Großbritannien sind frustriert vom Brexit-Prozess und würden lieber in der EU bleiben: Fast jeder Vierte der für den Austritt stimmte, hat inzwischen seine Meinung geändert.

  • Wenn jungen Menschen in Großbritannien heute nochmals die Möglichkeit hätten, für oder gegen den Verbleib von Großbritannien in der EU zu stimmen, würden 68% dafür und 26% dagegen stimmen.
  • 23% derjenigen, die zuvor für den Austritt gestimmt haben, würden jetzt den Verbleib wählen.
  • Die große Mehrheit der Jugendlichen in Großbritannien stimmt zu, dass der Brexit-Prozess von der britischen Regierung schlecht gehandhabt wurde (78%), während rund zwei Drittel (68%) angeben, deshalb ihr Vertrauen in die Politik verloren zu haben.
  • 61% der jungen Menschen in Großbritannien sind der Ansicht, dass ein Austritt aus der EU die Wirtschaftskraft des Vereinigten Königreichs schwächen wird, während 54% davon ausgehen, dass sie in Zukunft weniger Chancen haben werden

Zumindest in Deutschland gibt es noch Hoffnung – Ungeachtet der chaotischen Unsicherheit, die den Brexit umgibt, sind 90% der jungen Deutschen zuversichtlich, dass die EU Bestand haben wird – mindestens für zehn weitere Jahre. Um so viele junge Menschen wie möglich dazu zu bewegen, ihre Stimme zu nutzen, informiert MTV online und im Free-TV über die Europa-Wahl. Neben Shoutouts von Künstlern und den MTV-Moderatoren im Rahmen der MTV Top 100 am Wahl-Wochenende und auf der @MTVGermany-Instagramseite, zeigt MTV am Wahl-Sonntag eine Spezialausgabe der Musikvideo-Show MTV Likes mit politischen Songs.

 

Eine Zusammenfassung der Studie findet Ihr in dieser Grafik (Englisch).

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