Schule sucht: Konsonant, spiegelnd, „S“

Als Lehrer hat man es schwer. Eigentlich sollen die Schüler was lernen, das funktioniert aber nur wenn die Schützlinge die Lehrkräfte auch leiden können, im besten Fall sogar respektieren und wenn die Lehrer ihre Schüler verstehen. Also ist die Devise für die Schulen, mit dem Trend zu gehen.

Was aber tun, wenn der Trend dem Hype weicht und sich immer schneller ändert? Da kommt man mit Fidget Spinner ins Klassenzimmer und ist ganz alleine, weil alle anderen tanzend neben fahrenden Autos her rennen. Mit seinem Ed-Hardy-T-Shirt wird man nur noch ausgelacht und wenn man vong 1 Internetsprache spricht, ist man in der einen Woche der Held und in der nächsten schon wieder unten durch. Ständig muss man allen Trends folgen und soll dabei noch Spaß haben.

Wie soll man da noch durchblicken. Schließlich muss man auch noch Arbeiten korrigieren und Unterricht vorbereiten. Als Lehrer kommt man da schnell ans Limit. Also hat sich das Marketing des ehemaligen Schiller-Gymnasiums etwas einfallen lassen, um die Lehrkörper etwas zu entlasten und das Image der gesamten Schule zu verbessern. Die Einrichtung wurde kurzerhand in Chiller-Gymnasium umbenannt. Nur so lässt sich das fehlende „S“ an der Fasade logisch erklären. Schüler sollen sich vermutlich nun in ihrem Lernumfeld entspannter fühlen. Der Name soll zeigen: „Wir sind hip!“

Gute Idee. Nachdem mit Hiphop-Beats unterlegte Kirchenlieder und bedruckte Turnbeutel jugendloser Vereine so gut ankommen, sollten Schulen auf den Zug Richtung Peinlichkeit aufspringen und sich wenigstens „coole“ Namen ausdenken.

 

Foto: Patrick Vetter

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