Der Schwabe aus New York bei „The Voice of Germany“

John Alexander Garner III. kommt ursprünglich aus Amerika, lebt aber seit fünf Jahren in Deutschland. Es war schon immer sein Traum, im Fernsehen aufzutreten – und jetzt ist er wahr geworden.

Wenn er zu singen beginnt, lässt die Gänsehaut nicht lange auf sich warten. Er ist ein Energiebündel, seine gute Laune und sein herzliches Lachen sind ansteckend. Die Rede ist von John Alexander Garner III. Ja, „The Third“, also der Dritte, weil Opa und Papa den gleichen Namen tragen. Und der lässt auch schon erahnen, wo der 34-Jährige ursprünglich herkommt. Genau, aus Amerika. Genauer gesagt aus New York. Dort war er vor allem als Gospelsänger aktiv, tourte mit dem bekannten „Harlem Gospel Choir“ um die ganze Welt. Bis seine Managerin ihm irgendwann vorschlug, in Deutschland zu bleiben.

„Ich dachte mir: Warum eigentlich nicht? Also hab‘ ich einfach mein Flugticket verfallen lassen und bin geblieben“, erklärt er auf Englisch. „Aber ich sprech‘ auch gut Deutsch. Ich sag‘ immer, ich bin der Schwabe aus New York“, witzelt er. Denn mittlerweile lebt er seit fünf Jahren hier – zuerst in dem kleinen Örtchen Benningen am Neckar im Landkreis Ludwigsburg und seit 2015 in Heidenheim. Seit John hier ist, träumt er davon, mal im deutschen Fernsehen aufzutreten. Dieser Wunsch geht jetzt in Erfüllung.

The Voice: Auftritt in den Blind Auditions am 28.10.

Denn morgen ist der flippige Sänger bei der achten Staffel von „The Voice of Germany“ bei Sat.1 zu sehen. Das ist die vierte, sogenannte Blind Audition, bei der die Jury-Mitglieder bzw. Coaches (Marc Forster, Yvonne Catterfeld, Michael Patrick Kelly und Smudo und Michi Beck von Fanta Vier) zunächst mit dem Rücken zum Sänger sitzen und sich allein von dessen Stimme leiten lassen. Dreht sich einer um, ist der Sänger in dessen Team. Drehen sich mehrere um, kann der Sänger wählen, mit wem er arbeiten möchte.

Aber wie kommt ein Heidenheimer zu einer Casting-Show in Berlin? Jedenfalls nicht wie jeder andere. Denn John hat sich nicht mal beworben. Er wurde von einem sogenannten Scouting Agent angesprochen, ob er nicht Lust hätte, dabei zu sein. „Der hat meinen Youtube-Kanal gesehen und was ich sonst so mache und hat mich dann gefragt.“ Denn John ist ein Tausendsassa. Er hat nicht nur Operngesang studiert, sondern lebt auch von der Musik. Er gibt Gesangsstunden, hat seine eigene Band, die man für Events buchen kann, arbeitet mit anderen Bands zusammen, unterrichtet in Fellbach an der Popmusic School, singt beim Münchner Chor Soul Kitchen. „Ich bin überglücklich, dass ich damit mein Geld verdienen kann.“

Also willigte er ein und ging zum sogenannten Scouting, auf Deutsch Sichtung. Weil das über mehrere Runden geht und in Kleingruppen stattfindet, zieht sich das meist über mehrere Stunden. „Die haben am Anfang schon gesagt, wie viel Zeit ich ungefähr einplanen soll, aber es hat viiiel länger gedauert“, erklärt John. Ablaufen tut es so, dass in der ersten Runde a cappella gesungen wird, ab der zweiten Runde sind Playback oder eigene Instrumentalbegleitung erlaubt. „Da sitzt dann eine Jury, alles Vocal Coaches, und bewertet dich.“ Das Scouting an sich wird aber nicht im TV ausgestrahlt.

Der Churchboy kommt ins Fernsehen

„Ich war sehr nervös, weil ich von meiner Gruppe als Letzter dran kam“, erinnert sich John. Doch als der „Churchboy“, wie er sich selbst auch nennt, seine Soulstimme auspackte, riss er alle mit. „Die Leute haben mitgemacht und geklatscht.“ Erst einen Monat nach dem ersten Vorsingen kam dann die E-Mail, dass er eine Runde weiter ist. Also wieder nach Berlin. Diesmal mit drei Songs im Gepäck: „Locked out of Heaven“ von Bruno Mars, „Bring it on Home to Me“ von Sam & Dave und „Cake by the Ocean“ von DNCE. „Nach dem Auftritt hat mir einer aus dem Team gesagt: Du schaffst das bestimmt.“ Und diese Vermutung bestätigte sich. John bekam eine Einladung zu den Blind Auditions.

„Ich habe mich in Amerika vier Mal bei The Voice und auch bei American Idol beworben. Und dann hieß es immer: Wow, awesome. But no!“ Deshalb sei er umso überwältigter gewesen, als das Ja von „The Voice of Germany“ kam. „Ich hab zwei Sekunden lang geweint. Aber das war’s. Schließlich bin ich ein erwachsener Mann“, witzelt John. Das tolle in Deutschland, so sagt er, ist, dass das Alter im Musikbusiness keine so große Rolle spielt wie in den USA. Da habe man auch ab 30 noch eine Chance.

Familienmensch John

Seine Familie in New York sei sehr stolz auf ihn – schon immer gewesen. Er selbst sei zwar schon seit zweieinhalb Jahren nicht mehr zuhause gewesen, aber sein Vater habe ihn vor einer Weile in Heidenheim besucht und sei begeistert gewesen. „Manchmal vermisse ich meine Familie schon, aber ich fühle mich hier zuhause. Und Musik ist meine Art, Deutschland etwas zurückzugeben.“ Genau aus diesem Grund und getreu seinem Motto „Changing the world one note at a time“ will er nun sein nächstes Ziel erreichen: sich selbst im Radio hören. An Songs sollte es jedenfalls nicht scheitern. Sechs hat er bereits selber geschrieben.

Aber zuerst darf man gespannt sein, ob sich die Jury von „The Voice of Germany“ für John umdreht. Wer neugierig ist, schaut heute, Sonntag, 28. Oktober, ab 20.15 Uhr Sat.1.
Weitere Informationen zu John gibt es unter www.johnalexander.biz oder auf seinem Youtube-Kanal, auf Facebook und Instagram.

Hier noch ein kleines Exklusiv-Video, speziell für alle Noise-Leser:

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