Die Geschichten einer Fahrlehrerin

Seit 21 Jahren ist Rajah Trautmann Teil des Kollegiums der Heidenheimer Fahrschule Robbys und hat dementsprechend schon viel während ihrer Fahrstunden erlebt. Selbstverständlich ist der wichtigste Job eines Fahrlehrers den Fahranfängern zu zeigen, wie man sich richtig im Verkehr und im Auto verhält. Somit verbringt sie viel Zeit damit, Jugendlichen zu zeigen, wie man richtig schaltet, richtig anfährt und richtig lenkt. Und genau hier werden die größten Fehler gemacht, die auch später nur schwer wieder abgewöhnt werden können. Aber neben diesen alltäglichen Aufgaben, wird Rajah auch oft Zeugin von emotionalen und lustigen Geschichten.

Als sie beispielsweise einmal während einer Fahrstunde im Winter am Zanger Berg stecken geblieben ist, stieg aus dem Auto hinter ihr eine Frau mit einem Eimer aus und begann tatenkräftig die Straße zu streuen. Und auch Bus- und Taxifahrer zaubern ihr immer wieder ein Lächeln ins Gesicht, da sie stets Rücksicht auf die Fahrschüler nehmen und so gut wie möglich helfen. Aber die mit Abstand schönsten Geschichten erzählt Rajah über die älteren Menschen, die ihr Leben lang Angst vor dem Autofahren oder einfach kein Geld für den Führerschein hatten. Sie seien während und auch nach den Fahrstunden sehr emotional und fingen auch oft an zu weinen, da der Traum vom Autofahren endlich in Erfüllung geht.

Und obwohl in den Fahrstunden so manch eines passiert, hat Rajah keine Angst dabei, bei Fahranfängern im Auto zu sitzen, denn schließlich ist sie während der Stunde die Regisseurin, die alles leitet. Selbst wenn Schüler sehr verängstigt und unsicher sind, können sie sich ausgiebig mit dem Fahrsimulator beschäftigen, bevor sie sich in Rajah´s Auto die „Bitch“ setzen und losfahren. Und falls das immer noch nicht hilft und vor Allem vor der Prüfung große Panik besteht, wird einfach ein Kollege hinten mit in das Auto gesetzt, der den Prüfer imitieren soll. Da sieht dann jeder sofort: So schlimm ist die Prüfung gar nicht.

Die Fahrlehrerin empfiehlt allerdings allen Fahranfängern vor Beginn des Führerscheins in unterschiedliche Fahrschulen reinzuschauen und sich persönlich beraten zu lassen. Schließlich sollten sich Lehrer und Schüler sehr gut verstehen, weil Vertrauen in ihrem Job das Wichtigste ist. Und obwohl heutzutage auch Homepages und Instagram sehr viel preisgeben, legt Rajah allen nahe, vorher persönlich vorbeizuschauen und nicht nur auf die Erfahrungen von Bekannten zu hören.

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