Heiligs Blechle: Ein Corsa mit 210 PS?

Adrian Brose ist Moto Crosser. Er liebt Geschwindigkeit, er liebt Adrenalin. Schon im Teenie-Alter war ihm klar: Ein ganz normales Anfängerauto würde ihn frustrieren. Vor zwei Jahren übernahm er deshalb den Opel Corsa eines Kumpels. Seine Feierabende und sämtliche Wochenenden verbrachte er von da an in der Werkstatt befreundeter KFZ-Mechaniker, die einer Heidenheimer Tuning-Gruppe angehören. Mit deren Hilfe tauschte der Fliesenleger aus Sontheim den Motor, verbaute eine neue Auspuffanlage, tönte die Scheiben, installierte eine leistungsstarke Musikanlage, veränderte das Fahrwerk, kaufte Alufelgen. Pünktlich zum 18. Geburtstag vor wenigen Tagen war die „Rennmaschine“ fertig. Auf der Heckscheibe steht „Grenzgänger“, unter dem Rücksitz versteckt sich ein Subwoofer, unter der Motorhaube schlummern 210 PS. Adrian: „Genau so habe ich mir mein erstes Auto vorgestellt. Es hatte allerdings seinen Preis: Der Komplettumbau hat mich 27 000 Euro gekostet.“

Jede einzelne Schraube, jedes Neuteil hat der Sontheimer aus eigener Tasche bezahlt. „Das Geld dafür habe ich mir mit viel zusätzlicher Arbeit verdient“, sagt er. „Wo immer es was zu tun gab, war ich in den letzten zwei Jahren mit dabei. Das hat sich gelohnt.“ Dass seine Mama nun, wo der Corsa fahrbereit und der adrenalinverrückte Sohn einen Führerschein hat, etwas in Sorge ist, kann Adrian Brose verstehen. Nach einer ersten Probefahrt allerdings sei sie beruhigt gewesen, sagt er. Denn erstens fahre er den Corsa im Moment nicht aus. So ganz ohne Übung, das sei ihm klar, könne das gefährlich werden. Und zweitens sei er ja noch in der Probezeit: „Ich hab so lange darauf gewartet, dass ich endlich Auto fahren darf. Ich hab keine Lust, wegen überhöhter Geschwindigkeit meinen Führerschein gleich wieder zu verlieren.“

Der fünfte Teil der Serie „Heiligs Blechle“. Jede Woche werden hier ein Auto und sein junger Fahrer vorgestellt.

Das neueste aus der Rubrik Stories