Heiligs Blechle (9): 40 000 Kilometer im ersten Jahr

Coole Karre oder Qualität? Nico Schlüpf musste nicht lange überlegen. Er ist kein Prolet. Er legt Wert auf Beständigkeit. Er ist keiner, der sein Geld mit den Händen zum Fenster rauswirft. Also lehnte er das Angebot seines Vaters ab, der dem Sohn zum ersten eigenen Auto einige Euro dazugeben wollte. „Ich habe mich für seinen anderen Vorschlag entschieden und seinen VW Passat übernommen. Mein Vater hat sich dann ein neues Auto gekauft.“ Der Stahlbetonbauer ist mehr als zufrieden mit dem Wagen: Baujahr 2003, 200 000 Kilometer und in bestem Zustand. Das Familienauto wurde all die Jahre gehegt und gepflegt, sämtliche Wartungsintervalle wurden eingehalten, kein einziges Mal musste es außerplanmäßig in der Werkstatt.

Stolze 40 000 Kilometer hat der Aalener im ersten Jahr zurückgelegt, regelmäßig besuchte er seine Freundin in Oberbayern. Auch hier: keine Panne. Trotzdem plant der 19-Jährige im nächsten Frühjahr den Kauf eines anderen Wagens: „Natürlich brauche ich kein besseres Auto, der Passat ist super. Aber junge Leute sind halt so, sie bilden sich manches ein. Ich schaue nach einem BMW oder nach einem Skoda mit mehr als 200 PS.“ Der VW wird dann übrigens nicht verkauft werden. Der Vater hat Besitzansprüche angemeldet. Er will seinen alten Wagen entweder als Zweitauto nutzen oder vorübergehend in den Garten stellen. Nico Schlüpf: „Mein Papa ist jetzt 55 Jahre alt. Er hat gemeint, dass er so ein zuverlässiges Auto in seinem ganzen Leben nicht gehabt hat. Den VW will er unbedingt behalten.“

Fotos: Christian Thumm

Der neunte Teil der Serie „Heiligs Blechle“. Jede Woche werden hier ein Auto und sein junger Fahrer vorgestellt.

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