Heiligs Blechle (8): Ein Autonarr vor dem Herrn

Lässiges Schulterzucken, dazu ein breites Grinsen. Alex Kakuszis findet nichts Ungewöhnliches daran, dass er seit seinem 18. Geburtstag mindestens sieben verschiedene Autos sein Eigen nannte, vielleicht waren es auch schon zehn, er weiß es nicht mehr genau. Der 24-Jährige ist halt ein Autonarr, mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Den Anfang machte ein alter VW Polo, Führerschein mit 17, Papa und Mama waren immer mit an Bord. Alle nachfolgenden Modelle waren preislich und vom Prestige her jeweils ein Aufstieg. Zuletzt testete der Feinmechaniker eine Reihe von BMWs, von der Limousine bis zum Cabrio. Nun also Audi. Gemeinsam mit Freunden wurde der A5 (Baujahr 2012, 300 PS, 100 000 Kilometer) getunt. Es sind 20-Zoll-Felgen drauf, das Auto wurde tiefer gelegt und in der Wunschfarbe grau lackiert, eine neue Klappenauspuffanlage wurde eingebaut, die Scheiben sind getönt.

Der Eigenumbau ist Teil des Finanzierungssystems. Gebraucht kaufen, aufmotzen, weiterverkaufen. So will es Alex Kakuszis auch mit dem A5 machen. In anderthalb bis zwei Jahren, so der Plan, will er einen Audi RS5 fahren. Für ihn ist es eine Selbstverständlichkeit, Neuanschaffungen aus der eigenen Tasche zu bezahlen: „Entweder man kann sich die Dinge leisten oder man kann es eben nicht. Ich sehe keinen Sinn darin, ausgerechnet ein Auto auf zehn Jahre zu finanzieren. Wer weiß, ob es bis dahin überhaupt noch fährt.“ Interessant: Der Autonarr hat trotz leistungsstarker Fahrzeuge in all den Jahren keinen einzigen Strafzettel kassiert, weder wegen Falschparken noch wegen zu schnellem Fahren. Auch das findet er nicht ungewöhnlich: „Ich halte mich einfach an die Verkehrsregeln und gebe mein Geld lieber für was anderes aus.“

Fotos: Christian Thumm

Der achte Teil der Serie „Heiligs Blechle“. Jede Woche werden hier ein Auto und sein junger Fahrer vorgestellt.

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