Heiligs Blechle (2): Vom Panda zum E-Auto

Rrrrrumms! Es war am späten Abend. Luca-Renee Högerl fuhr mit 50 durch Herbrechtingen, sah eine Katze über die Straße rennen, bremste ab – und der Hintermann knallte mit gut 70 Sachen in den kleinen Fiat Panda. Glücklicherweise blieben dabei Mensch und Tier unverletzt. Doch der Kleinwagen des Hohenmemmingers, Baujahr 2006, mindestens 54 PS, hatte einen Heckschaden. Normalerweise macht eine größere Reparatur bei einem Anschaffungspreis von gerade mal 2300 Euro keinen Sinn. Es sei denn, man ist vom Fach. Der KfZ-Azubi brachte also das Auto mit Unterstützung seiner Arbeitskollegen wieder in Ordnung. Kürzlich hat er zudem neue Bremsen eingebaut. Högerl: „Das war ein Grund für den Kauf des Pandas. Ich wollte ein Fahrzeug, bei dem man noch was selber machen kann.“

Der Fiat ist ein Anfängerauto, und der 19-Jährige findet, dass man das von außen hören und sehen darf. Für den Subwoofer muss er noch Kabel kaufen, dann ist die Musikanlage fertig. Seine Stickersammlung dagegen läuft in vollem Gang. So, wie gerade Geld übrig ist, bestellt er hochwertige Aufkleber, die wegen ihrer Langlebigkeit gut und gerne auch mal 20 Euro pro Stück kosten: Figuren, Schriftzüge, Logos von seinen Lieblings-DJs. Den Tankdeckel ziert der Spruch: „Schluck, du Luder!“ Anfangs fand Luca-Renee den Bebber recht witzig. Inzwischen ist ihm das Lachen vergangen. Das Rutscherle braucht oft deutlich mehr Sprit als erwartet. Nach der Lehre plant er deshalb den Kauf eines E-Autos, er hat einen VW GTE im Auge. „Man muss immer schauen, was man sich leisten kann. Natürlich wäre ein Tessla auch schick, aber bei den Löhnen, die in der KfZ-Branche für ausgelernte Fachkräfte bezahlt werden, brauche ich das gar nicht überlegen.“

Fotos: Christian Thumm

Der zweite Teil der Serie „Heiligs Blechle“. Jede Woche werden hier ein Auto und sein junger Fahrer vorgestellt.

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