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Kamera on – Action!

Sabine | 30. April 2016

Adrian Martin, Filmemacher aus Heidenheim

Auch wenn die Mittel extrem beschränkt waren, entstand in nur fünf Tagen ein ganz ordentlicher Film, der in 27 Minuten erzählt, wie einige deutsche Soldaten in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs die Stadt Breslau (heute in Polen) versuchen zu verteidigen.

Der Heidenheimer Adrian Martin will Filmemacher werden – sein erstes Werk „Breslau ’45“ hatte bereits Anfang des Jahres Premiere im Kino-Center in Heidenheim. In den Pfingstferien startet der 18-Jährige mit einem neuen Filmprojekt.

Sozialkritische Kurzfilme kann jeder – dass dachte sich wohl der Heidenheimer Adrian Martin und drehte mit etwa 50 Freunden und Bekannten im Steinbruch Hirschhalde kurzerhand den Kriegsfilm „Breslau ’45“.

Übers Internet hatte Adrian den Filmemacher Ludwig Bachmann und seinen Partner Tristan Hebestreit, die als „ParaLight WorX“ bereits recht erfolgfreich Kurzfilme drehen, kennengelernt. „Ich habe die beiden einfach mal angeschrieben und war total begeistert, dass sie mitmachen wollten“, sagt Adrian. Auch von seinen Eltern, Freunden und Bekannten erhielt er viel Unterstützung. Trotzdem war es für den 18-jährigen Schüler noch eine ganze Menge Arbeit.

„Die Schule hat in der Zeit schon sehr gelitten“, gibt er zu. Schließlich galt es Kostüme aufzutreiben und selbst zu nähen, Requisiten zu basteln und authentische Waffen zu besorgen oder zu bauen. Außerdem musste sichergestellt werden, dass jeder weiß, was er bei den Dreharbeiten zu tun hat. Optimale Vorbereitung war das A und O. Es gab einen straffen Zeitplan. Zwischen Weihnachten und Silvester – in nur fünf Tage mussten alle Szenen abgedreht sein.

In der Zeit war die Filmcrew fast den ganzen Tag im Steinbruch Hirschhalde bei Schnaitheim unterwegs oder filmte Szenen in verlassenen Gebäuden in Heidenheim. Nicht alles verlief reibungslos. Manche Szenen dauerten länger und mussten bis zu 15 Mal wiederholt werden und für eine besonders zähe Minute im Film musste sieben Stunden lang gedreht werden. Zudem war es noch richtig kalt. Was zwar unangenehm gewesen sei, aber den Hobbyschauspielern auch einiges erleichtert habe. „Manche sahen nach einem langen Drehtag schon so fertig aus, dass sie gar nicht mehr so sehr spielen mussten, dass sie verzweifelte Frontsoldaten waren“, sagt Adrian.

Auch wenn die Mittel extrem beschränkt waren, entstand in nur fünf Tagen ein ganz ordentlicher Film, der in 27 Minuten erzählt, wie einige deutsche Soldaten in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs die Stadt Breslau (heute in Polen) versuchen zu verteidigen.

Ein ganz schön anspruchsvolles Thema, das nach Meinung von Adrian in seinem Geschichtsunterricht im Werkgymnasium völlig untergegangen sei. Auch deshalb wählte der 18-Jährige den Zweiten Weltkrieg für seinen ersten Kurzfilm aus. Eigentlich sollte der Film den Kampf gegen die amerikanischen Soldaten im Ruhrgebiet zeigen. „Wir hatten aber echt keine amerikanischen Kostüme – dafür aber viele russische Uniformen“, sagt Adrian. Deshalb musste das Konzept eben umgeworfen werden. Mit dem Endergebnis ist der Abiturient dennoch sehr zufrieden. Schließlich hatte er nicht nur vor den Dreharbeiten und währenddessen, sondern auch danach eine Menge Arbeit in den Film gesteckt.

Das filmen hat Adrian in der Schule gelernt. Und hinter der Kamera fühlt sich Adrian eigentlich auch wohler wie davor. Trotzdem spielte er bei „Breslau ’45“ auch selbst mit – sogar in mehreren Rollen. „Um ein guter Regisseur zu werden, muss ich eben auch wissen, was die Leute vor der Kamera machen sollen“, erklärt Adrian. Und sowohl vor der Kamera als auch dahinter hat der Noch-Hobbyfilmemacher seine Sache ordentlich gemacht.

„Breslau ’45“ könnte der erste Schritt von Adrian Martin in die Filmbranche sein. Momentan träumt der Schnaitheimer noch von Hollywood und großen Erfolgen im deutschen Filmbusiness, aber das er Talent hat, lässt sich bereits durch „Breslau ’45“ sagen. Ob das dann im harten Filmbusiness ausreichen wird? Jetzt hat der 18-Jährige auf jeden Fall sein Abi geschrieben und wieder Zeit für neue Filme. Bereits in den Pfingstferien will der Steven-Spielberg-Liebhaber einen neuen Film drehen. Darin soll es um die Mafia gehen.

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Geschrieben von Sabine




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