Harmonie
Chor des WG trat mit Happy Voices auf
Die Solistinnen Anna Reichert, Clarissa Schmitz-Rode, Particia Konnerth und Lisa Mack haben hierfür wohl einigen Probenfleiß an den Tag gelegt, denn sie überzeugten, begleitet vom Chor des Werkgymnasiums und Helga Weber an der Orgel, mit großer stimmlicher Sicherheit und Strahlkraft.
Groß war der Andrang am Sonntagabend in der Christuskirche: Die Sitzbänke reichten nicht aus, um die vielen Zuhörer unterzubringen, es mussten noch Stühle aufgestellt werden. Grund dafür war das Konzert des Chores des Werkgymnasiums zusammen mit den “Happy Voices”, dem Chor des Liederkranzes Mergelstetten, an dessen Ende es die Zuhörer nicht mehr auf Sitzbänken und Stühlen hielt: Begeistert gaben sie ihren Applaus im Stehen.
Der Chor, gleichermaßen in Sängerzahl und Klangvolumen beeindruckend, hatte eine geradezu atemberaubende Leistung gezeigt. Als ob aus vielen Kehlen eine Stimme klinge, so präzise gelang der Vortrag unter dem temperamentvollen Dirigat von Tina Greulich. Und dabei hatte es sich der Chor wahrlich nicht leicht gemacht: Die auf dem Programm stehende “Gospel Mass” von Robert Ray hat mit den vielen Tempi- und Dynamikwechseln, mit ungewöhnlichen Tonfolgen durchaus ihre Tücken, die aber die Sängerinnen gekonnt parierten. Dem Publikum gefiel das Werk mit seinen teilweise fröhlichen und überschwänglichen Melodien mit Ohrwurmcharakter, dann wieder voller zarter Andacht, und immer wieder mit frischen Akzenten, die die sechs Sätze immer überraschend hielten.
Chor des Werkgymnasiums überzeugte
Und stets blieb der Chor klar und kraftvoll, vom Kyrie wie einem majestätischen Sonnenaufgang bis hin zum “Amen” im Agnus Dei, das Werk umspannend wie ein Regenbogen. Auch in der Wahl der Solisten hatte man ein glückliches Händchen bewiesen: Sopranistin Sonja Felkel bestach mit ihrer unerhört wandelbaren Stimme, die sowohl in strahlende Höhen dringen kann als auch rockig-verrucht zu klingen vermag.
Mit Tenor Daniel Schmid war ein Eigengewächs am Start: Der frühere Schüler am Werkgymnasium und Sänger bei “Ma’cappella” hätte jedoch des Heimvorteils nicht bedurft, auch seine Soli wussten zu beeindrucken. Dass die Zuhörer immer wieder Lust bekamen, mitzuklatschen und dieser Lust auch ohne Zögern nachgaben, das ist auch der begleitenden Band zu verdanken: Armin Egenter am Schlagzeug, Ivo Deininger am Bass und Ulrich Hafner am Piano sorgten für ein lässiges Grundgerüst aus Rock, Swing und Jazz, das seine Wirkung nicht verfehlte.
Den Auftakt des Konzerts und aparten Gegensatz zur modernen, schmissigen Messe bildete die “Missa Puerorum in f-Moll” von Josef Rheinberger. Drückt sich die Freude bei Robert Rays Messe in Schwung und Schmiss aus, so wirkt diese bei Rheinberger in schlichter Schönheit. Die Solistinnen Anna Reichert, Clarissa Schmitz-Rode, Particia Konnerth und Lisa Mack haben hierfür wohl einigen Probenfleiß an den Tag gelegt, denn sie überzeugten, begleitet vom Chor des Werkgymnasiums und Helga Weber an der Orgel, mit großer stimmlicher Sicherheit und Strahlkraft.
Großartige Stimme
Mit “Go light the world” und “Throw it away” hatte Sonja Felkel abermals Gelegenheit, ihre großartige Stimme zu präsentieren. Und außerdem gab es noch einen reizvollen Messen-Gegensatz; das Konzert hielt auch einen Ausflug in andere Sphären bereit. Schlagzeuger Armin Egenters Kompositionen “Jerusalem” und “Remote Kali” aus “Klangpassion – Musik wie aus einer anderen Welt” entführten tatsächlich in andere Welten: Unter den Händen Armin Egenters entsprangen den Schlaginstrumenten bald orientalische Stimmungen, bald ein traumverlorenes Tröpfeln aus sanften Tönen – immer aber Musik wie ein Naturereignis, die zur Sammlung und Andacht einlud.
Und schließlich vereinte das Lied “Let us stand” alle Beteiligten zum massiven Klang, der die Herzen berührte. Und weil tatsächlich am Schluss das Publikum geschlossen stand, um Applaus zu geben, gab’s dieses Lied auch noch als Zugabe zu einem Konzert, das in Programm und Vortrag gleichermaßen überzeugte.
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