Jung und alt

Eröffnet wurde der Abend von Swinginhaber und Bluesmusiker Michael Kneule und dessen „Brenztown Blues Club“. „Hoffe euch gefällt Blues, den wir können nix anderes“, begrüßte Kneule die Menge. Die Band spielt klassische Blues Elemente wie ausgiebige Gitarrensolos, dazu der markante Gesang Michael Kneules. Nach einem eigenen Stück, wird mit zwei Liedern darunter „The Thrill is Gone“, an die kürzlich verstorbenen Blues-Koryphäe B.B.King gedacht.

Zwischen Kneules zweiten Auftritt hat Gitarrist Chris Leipold ein kurzes Intermezzo und gibt mit kreischender Gitarre, einen Ausblick auf das, was der Blues Nachwuchs an jenem Abend noch zeigen wird. Im nächsten Part wird der Kneule vom 17- jährigen Jens Ambrosch unterstützt. Der aus Langenau stammende Jugendliche, gilt als Ausnahme Talent im Umgang mit der Gitarre und klingt dementsprechend schon fast wie eine Szenegröße, nachdem er in die Saiten seiner Klampfe greift, während Kneule rauchigen Blues aus seiner Kehle quetscht.

Kopf aus, aus dem Bauch heraus

Die musische Begabung der jüngeren Künstler am heutigen Abend, wird auch von den älteren Interpreten gewürdigt. Lee Mayall, der Neffe der Blueslegende John Mayall, bescheinigt der Jugend große Fähigkeiten. Der Landkreis Heidenheim biete unglaubliche Talente, welche hier zum Vorschein kommen. Sie fühlen den Blues, so Mayall, und spielen aus ihrem Gespür heraus. „Kopf aus und aus dem Bauch heraus. So geht das“, empfiehlt der Saxophonist und begibt sich prompt auf die Bühne, um mit weiblicher Unterstützung Elvis Presleys „Hound Dog“ zum Besten zu geben.

Im Laufe des Abends spielen dutzende regionale wie überregionale Musiker in unterschiedlichen Konstellationen ein wahres Bluesfeuerwerk. So auch Alex Janus, sonst bekannt als Frontfrau der Heidenheimer Pop-Formation „Mira Wunder“. Von Ihr bekommt die Zuhörerschaft „Valerie“ von Amy Winehouse, in einer alternativen Version zu Gehör.

Große Jamsession

Die Blues Session, welche regelmäßig im Cafe Swing abgehalten wird, geht auf eine Idee der Heidenheimer Musiker Willi Geyer und Hansi Linde zurück, wie „Brenztown Blues Club“ Gitarrist Julian Steiner zu berichten weiß. Nachdem die beiden Herren, sich anderen Projekten zuwandten übernahm Michael Kneule, die Leitung des Ganzen. Ende 2012 wurde die Band „Brenztown Blues Club“ gegründet und seitdem ist die von Instrumentalisten her teilweise doppelbesetze Band on tour.

Der Bluesabend, der als große Jamsession angelegt ist, lockt auch Gäste aus Übersee an: Wie etwa den New Yorker John Alexander. Dieser bildet gemeinsam mit Lee Mayall ein hitziges Gespann, welches das Publikum zum Kochen bringt. Alexanders soulige Stimme unterlegt von Mayalls virtuosem Saxophonspiel, versetzt das Publikum in einen wahrhaftigen Überschwang an Begeisterung.

Das Erbe von B.B. King

Der Afroamerikaner John Alexander, der Mitglied der Band „Soul Kitchen“ ist, welche jüngst ihr 20-jähriges Jubiläum feierte, ist ebenfalls angetan von dem bisherigen Sessionverlauf. Er kenne die Szene in der US-Ostküsten Stadt und ist der Meinung hier in der Brenzstadt, sei das Publikum altersbedingt besser zusammengewürfelt. Tatsächlich sind neben älteren Bluesfans (Personen Ü50) auch jüngere Semester vertreten. Das das Erbe von B.B. King durch die Jugend weitergetragen wird, hält John Alexander für sehr wichtig und ist ebenfalls von der Spielfreude der jungen Leute wie Leipold und Ambrosch überzeugt.

Zum Ausklang des Abends sind auch die Stimmen aus der Menge überzeugt, dass es eine mehr als gelungene Leistung aller auftretenden Musikanten war. Kurzum eine „Bombenstimmung“, wie ein zu den letzen Tönen mitwippender Bluesfan zusammenfasst.

 

Text: Dennis Scheck

Fotos: Joline John

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